Kann Arbeit Spaß machen?
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Zugegeben, mit dem guten, alten kalvinistischen Arbeits-Ethos kann man es weit bringen. Aber der Preis dafür ist manchmal ganz schön hoch.
Denn für Selbstständige gibt es immer Arbeit. Man ist nie fertig. Und deswegen kommt man nie zum Vergnügen. Irgendwie ein doofes System. Gerade für Selbstständige mit Selbstdisziplin.
Was ist die Alternative? Nur noch Aufgaben erledigen, die Spaß machen? Das ist wohl nicht die Lösung, denn es gibt in jedem Geschäft Aufgaben, die einem nicht liegen, die aber erledigt werden müssen, weil sonst das Geschäft leidet.
Aber warum nicht an manchen Tagen mit den Aufgaben beginnen, auf die man richtig Lust hat?
Solche Aufgaben haben folgende Eigenschaften:
1) Die Aufgaben müssen Ihrem Geschäft irgendwie nützen und
2) Sie haben wirklich Lust drauf, sich mit der Sache beschäftigen.
Um solche Aufgaben zu finden, könnten Sie die folgende, etwas längliche Frage stellen:
“Was könnte heute als erstes erledigen,
was mir wirklich Spaß macht,
und was dazu beiträgt,
mehr Profit zu machen,
Interessenten oder Kunden zu gewinnen,
meinen Kunden einen Nutzen zu bringen,
oder mir selbst oder meinen Mitarbeitern die Arbeit einfacher zu machen?”
Nach meiner Erfahrung, macht das eigene Business deutlich mehr Spaß, wenn mich möglichst oft in der Schnittmenge zwischen dem befindet, was man wirklich gerne tut und was dem eigenen Geschäft nutzt.

In der Grafik oben sind das also die grün- und die rotgestrichelten Bereiche.
Was sind Ihre Spaß-Aktivitäten?
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Anmerkungen & Kommentare
es wäre ja wunderbar, wenn wir nur Aufgaben erledigen dürften, die uns Spaß machen. Aber leider ist das ja Wolkenkuckucksheim.
Für einen Selbständigen, nebenbei,ich habe mich auch, als ich noch Angestellter war, immer als Unternehmer meiner eigenen Arbeitskraft gesehen, fallen immer auch Aufgaben an, die man nicht so gerne macht.
Der selbst gewählte Mix ist also entscheidend.
Dabei kommt es sehr individuell auf das jeweilige Temperament an.
Der Eine fängt morgens mit den angenehmen Aufgaben an, damit diese schnell von der Hand gehen. Der Andere möchte erst die unangenehmen Dinge hinter sich bringen, damit es danach nur noch besser kommen kann.
Jeder so wie er mag.
Was für mich darüber hinaus dabei noch wichtig ist, meine tägliche physische Leistungsbereitschaft mit ein zu beziehen. Deshalb beginne ich morgens, wenn meine Leistungsbereitschaft am größten ist, immer zunächst mit wichtigen kreativen Aufgaben, die mir auch Freude bereiten.
In der Mittagszeit kommen dann die Routinen und die weniger Angenehmen an die Reihe.
Wenn ich mal so gar nicht stimmungsmäßig in Schwung komme, bringe ich mich über die Liste meiner Erfolge in Arbeitslaune. Über die Erinnerung an Erfolgserlebnisse gelingt es mir regelmäßig, in eine gute Arbeitsstimmung zu kommen.
Wenn auch das nicht hilft, was selten vorkommt, gehe ich zum Sport.
ein interessantes Thema- was sich in erster Linie so für mich aber nicht stellt. Denn das, was mir an meinem Job am wenigsten Spaß macht, mache ich nicht nach eigener Zeiteinteilung im Büro. Das betrifft das Packen und Schleppen von Seminarmaterialien und zu den Seminaren fahren.
Da ich ein absoluter Morgenmensch bin und morgens die meiste Energie und beste Konzentration habe, ist mein Bestreben, diese Zeit für wichtige und inhaltliche Dinge zu nutzen ohne Störung. Das heißt im Moment erst einmal mindestens drei Stunden am Stück an meinem momentanen Buch schreiben, zu anderen Zeiten kann es heißen ein Seminar zu planen, ein Konzept zu entwickeln etc.
Alles Dinge, die mir auch total Spaß machen, da brauche ich keine Disziplin. Vor allem macht es mir Spaß, wenn ich mich eben längere Zeit am Stück auf eine Sache konzentrieren kann.
Was für mich bei der Arbeit Stress ist, ist wenn ich mich in tausend Dingen verzettele, zwischen Telefonaten, E-Mails und anderen Arbeiten hin und her titsche.
Wobei mir auch E-Mails und Telefonate Spaß machen können, wenn sie nicht so dazwischen geraten und ich sie als Störung erlebe.
Das Verrückte ist, dass ich mich da aber manchmal selbst boykottiere- und auch nicht so recht verstehe, was das für ein Mechanismus ist.
So gab es diese Woche einen Tag, wo ich mich eben nicht als erstes an das Schreiben des Buches gesetzt habe, sondern doch "mal eben" nach den E-Mails geschaut - und schon war ich in dem Sog... Schnell noch meinen täglichen Blogbeitrag geschrieben (was ich nachmittags machen will) usw. - und ehe ich mich versah, war es Mittag und ich hatte nichts an dem Buch geschrieben.
Meine Frage: warum mache ich das, obwohl mir das Buchschreiben Freude bereitet und ich nach den drei Stunden auch ein sehr befriedigendes Gefühl habe?
Kennt jemand so was ähnliches?
Fragende Grüße
Zamyat
Auf jeden Fall fällt mir dabei auf, dass es zumindest an so Bürotagen eigentlich nichts gibt,was ich per se nicht gerne mag. Es kommt bei mir total auf die Umstände an: ob ich Zeit für eine Sache habe und ob ich es gebündelt machen kann. Dann ist selbst Buchhaltung ok
Herr Gräbel, Stichwort Leistungshochs... das ist auch ganz wichtig im Zeitmanagement grundsätzlich. Ich persönlich bin morgens auch am produktivsten und mache hier meistens meine anspruchsvollsten Aufgaben.
Zamyat, warum du das machst, dich selbst zu unterbrechen und von den wichtigen Dingen abzuhhalten, das weiß ich auch nicht. Aber ich weiß, dass du damit nicht alleine bist. Das ist wohl ein "allgemeines menschliches" Problem
Viele Menschen reagieren irrational, wenn sie sich selbst unter Druck setzen.
Ich sollte noch ... / Ich müsste eigentlich ... / Ich darf nicht ...
Das sind alles Gedanken, die unsere inneren Widerstände zum Vorschein bringen.
Spannend wäre es, mal zu schauen, was passiert, wenn du dir verschiedene wichtige Dinge zur Auswahl stellst.
Morgens erledige ich zuerst entweder Aufgabe Wichtig1 oder Aufgabe Wichtig2 oder Aufgabe Wichtig3.
Ist eine alte Verkaufstechnik: Wollen Sie das Auto mit Stoff oder mit Lederbezügen?
Wir Menschen wollen manchmal nur eine Auswahl haben und wenn wir uns die selbst nehmen durch "Ich muss jetzt aber diese Sache machen und nur diese", dann reagieren wir innerlich trotzig
Vielleicht hilft dir diese Idee weiter.
Denn für Selbstständige gibt es immer Arbeit. Man ist nie fertig. Und deswegen kommt man nie zum Vergnügen. Irgendwie ein doofes System. Gerade für Selbstständige mit Selbstdisziplin.
Was ist die Alternative? Nur noch Aufgaben erledigen, die Spaß machen? >>
Warum denn nicht einfach "Vergnügungsinseln" zwischen die Arbeitsblöcke packen?
Zum Beispiel zwei Stunden auf dem Balkon in der Sonne liegen, um den See laufen, mit jemandem ein Eis essen gehen, und und ...
Ich arbeite nie durch, sondern bau mir immer "Luftlöcher" (keine Luftschlösser
Deshalb arbeite ich auch nicht, sondern verbringe nur die Zeit bis zum nächsten Luftloch. *hihi*
LG Heike
Wenn die zwei Stunden auf dem Balkon rum sind, geht es wieder an die Arbeit. Komme, was wolle.
LG Heike
Schau, ich bin über Dein ...
<< Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Zugegeben, mit dem guten, alten kalvinistischen Arbeits-Ethos kann man es weit bringen. Aber der Preis dafür ist manchmal ganz schön hoch.
Denn für Selbstständige gibt es immer Arbeit. Man ist nie fertig. Und deswegen kommt man nie zum Vergnügen. Irgendwie ein doofes System. Gerade für Selbstständige mit Selbstdisziplin.
Was ist die Alternative? Nur noch Aufgaben erledigen, die Spaß machen? >>
... gestolpert. Und das war meine Antwort: Arbeit und Vergnügen eben so zu legen, dass man zu seinem Vergnügen kommt.
Natürlich kann man auch versuchen, so viel Spaß an seiner Arbeit zu haben, dass diese selbst ein Vergnügen ist. (Was bei mir aber sowieso der Fall ist.)
Es war also eine Antwort auf Dein "doofes System", denn ob es doof sein muss oder nicht, haben wir ja selbst in der Hand, nicht?
Ansonsten hast Du natürlich Recht, schließe ich mich an.
LG Heike
Danke für deine Ausführungen.
Unter Druck setze ich mich mit dem Buchschreiben nicht, ich schrieb ja, dass es mir selbst mehr Spaß macht, wenn ich es in Ruhe und am Stück und morgens früh etc.....
Aber seis drum, in einer Woche bin ich für drei Wochen (!) in der Türkei und schreibe da dann wahrscheinlich eher nachmittags und abends, wenn die Sonne weg ist.
Mal sehen, welcher neue Rhythmus sich da entwickelt, denn morgens will ich an den Strand und in die Sonne- und da kann man auf dem Laptop so schlecht lesen
Mensch freu ich mich, solche Arbeitsurlaube liebe ich- Arbeiten am Strand und unbehelligt von Telefon und Alltagskram macht wirklich nur Spaß. Da erlebe ich beispielsweise das Durcharbeiten von Fachliteratur im Liegestuhl überhaupt nicht mehr als arbeiten, sondern es ist reine Lust...
Und später dann nahtlos zu Krimis übergehen und Nickerchen...
Liebe Grüße
Zamyat
Welche Voraussetzungen solltest du also mitbringen, um Spaß und Zufriedenheit bei der Arbeit erfahren zu können? Womit alles beginnt, ist deine innere Einstellung. Sie formt dein Leben. Betrachte einmal ganz genau und beinhart ehrlich deine eigene Einstellung. Bist du pessimistisch und ist dir deine Arbeit gleichgültig, oder hast du den Drang etwas zu erreichen?
Wenn du deine innere Einstellung richtig gepolt hast, ist das Schwerste aber auch Wichtigste geschafft. Ab diesem Moment brauchst du nur den Willen und das Engagement, deine Gewohnheiten und Routinen zu ändern, und auf Fun-Kurs zu bleiben.
PS Ich habe deinen Link im Text gelöscht, weil wir verhindern wollen, dass alle in den Kommentaren Werbung für ihre Seiten machen.
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Ralf Senftleben •
ich stimme Ihnen voll und ganz zu - mit Spass macht die Arbeit doppelt so viel Spass. Neulich habe ich einen guten Tipp auf Zenhabits gefunden:
zenhabits.net/7 productivity tips for people that hate gtd
Einfach den Tag mit 30 bis 60 Minuten beginnen, was uns Spass macht. Muss ja nicht unbedingt etwas sein, was direkt zur Arbeit gehört. Ich denke, wichtig ist nur dadurch in den Fluss zu kommen.
Und bei 30 Minuten sind das ja schon 180 Stunden Spass im Jahr. Auch nicht schlecht, oder?!
Gruss Mario Carla
[Habe den link gekürzt - viele Grüße, Gitte]