Gestraffte Organisation
Mein Arbeitsplatz ist nicht sonderlich groß, er ist - mittlerweile - sehr gut organisiert und ich habe erst zum Jahreswechsel alles nochmal aussortiert, reduziert und weggeworfen (auch in meinen Ordnern). Am Freitag stand ich vor meinem Schreibtisch, sah mich um und dachte mir: „Jeder Text profitiert davon, wenn man ihn strafft – also sollte ich auch eine gute, reduzierte Organisation noch weiter straffen.“
Gesagt, getan. Sieben Ablagekörbe sind auf drei reduziert. Eine Riesentasche an Büchern steht bereit für die Bücherei (die sich immer über Bücherspenden freut). Und ich habe einige Notizen zu Ideen oder Projekten, die ich schon länger vorhatte, aber – seien wir ehrlich! – schon seit Monaten nicht mache, einfach in den Papiermüll gesteckt.
Das Loslassenkönnen und ehrlich mit sich selbst zu sein, ist ein ganz wichtiger Punkt: nicht nur für Ihre äußere Organisation, sondern auch um sich aus den Klauen von Im-Genick-sitz-Dingen zu befreien.
Wenn Sie einen Text schreiben, wird der Text in der Regel alleine dadurch besser, dass Sie Ihren ersten Entwurf um einige Hundert Zeichen straffen. Straffen heißt nicht nur kürzen, sondern vor allen Dingen anders machen. In Ihrer Organisation geht es also einerseits um das Wegwerfen, um das Loslassen, aber auch darum, Dinge zusammenzulegen, woanders hinzustellen oder eine andere Organisationsform zu nutzen – vielleicht haben Sie einen Rollcontainer mit Schubladen, die allesamt voll Zeug sind, das Sie aber nicht wirklich nutzen. Wäre ein Rollcontainer mit Hängeregistratur vielleicht die bessere Wahl, um den Rollcontainer zu nutzen und Ihr danebenstehendes Regal für anderes frei zu bekommen? Oder muss der Rollcontainer überhaupt sein?
Ich freue mich, dass mit wenig Arbeit sehr viel freie Fläche und noch mehr Ordnung entstanden ist. Und sich das Gehirn gleich viel belüfteter anfühlt.
Schauen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz um: Wie könnten Sie Ihre Organisation, auch wenn sie schon super ist, weiter straffen?
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Anmerkungen & Kommentare
Verzeihung, dass ich erst so spät reagiere: zur Zeit ist so viel los bei mir.
Das mit den Büchern ging mir übrigens viele Jahre ganz genauso: aber gerade wenn man viel liest und Bücher liebt, häufen die sich an wie nichts Gutes. Und da sorgt dann einerseits der begrenzte Wohnungsplatz für Motivation, und andererseits habe ich mir vor einigen Jahren gedacht: Bücher wollen gelesen werden.
Die wenigsten Bücher liest man wirklich zweimal. Und die kann man ja behalten. Und die anderen sollen zum nächsten Leser weiter. Darum gefällt mir persönlich das Weiterschenken an die Bücherei so gut. Es ist einfach und als Buchliebhaber kommen sie genau an die richtige Quelle.
Viele Grüße
Gitte
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Gitte Härter •
da haben sie mir aus der Seele gesprochen. Mal abgesehen davon, daß ich als Büro- und Sortierservice aktiv bin, muß ich sagen, daß es in vielen Firmen aber noch mehr bei Privatmenschen dringend erforderlich wäre (oder ist) mal so eine Radikalkur bezüglich Straffung und Endablage durchzuführen. Wobei der Gedanke mit den Büchern abgeben mir zwar gefällt, aber ich mich immer schlecht von Büchern trennen kann - aber vielleicht nehme ich das mal als Anlaß...
So für heute tschüss sagt Gerit N.