Motivation und Ausgleich

Glück und Unglück

Gitte Härter • 19.08.2008 • email Weiterempfehlen

Haris fragt in seiner Blogparade, die noch bis Ende August läuft, Was ist Glück?. Das ist natürlich auch für uns Selbstständige ein schönes Thema.

Ich habe keine Ahnung, was die offizielle Definition von Glück ist (so es überhaupt eine gibt). Aber es lohnt sich, darüber mal nachzudenken, wie es sich mit dem Glück in Ihrem Berufsleben so verhält. Hier einige Denkfragen für Sie:

Glücklich sein

  • Was macht Sie glücklich in Ihrer Arbeit?
  • Wie können Sie Ihren Alltag noch glücklicher gestalten?
  • Worüber sind Sie glücklich, was Ihre Selbstständigkeit betrifft?
  • Vielleicht gibt es auch Kunden, Kollegen oder Mitarbeiter, die Sie glücklich machen.

Von Glück sagen

  • Nehmen Sie wahr, was Ihnen Gutes passiert oder sehen Sie nur auf das, was hakt oder daneben geht?

Glück haben

  • Waren Sie schonmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort für einen interessanten Kontakt oder einen tollen Auftrag?
  • Erinnert man sich immer mal wieder gerne an Sie?
  • Zollen Sie sich selbst Anerkennung, wenn Sie einen Auftrag erhalten, oder schieben Sie es auf „Glück“ oder den Zufall?
  • Sind Sie ein Glückspilz?

Was für ein Unglück!

  • Neigen Sie zum Dramatisieren, etwa wenn etwas nicht klappt?
  • Was macht Sie unglücklich?
  • Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?
  • Können Sie aufstehen und weitermachen?

Glück im Unglück?

  • War ein abgesagter Auftrag immer negativ oder hat es sich nicht auch schon als gut herausgestellt?
  • Sind Sie schonmal gescheitert oder haben sich mit einem Kompagnon zerstritten - und daraus ist etwas Neues für Sie entstanden?
  • Haben Sie aus schwierigen Situationen oder Fehlern nicht auch gelernt?
  • Erinnern Sie sich an Vorfälle, bei denen sich rückblickend der alte Spruch „Wer weiß, wozu es gut ist“ bestätigt hat?

Glück streuen

  • Wie können Sie Ihre Kunden glücklich machen?
  • Was können Sie Kollegen oder Mitarbeitern Gutes tun?

 
Lesetipp: Ein sehr schönes, kurzweiliges Buch über Glück und Studien rundherum ist Die Glücksformel: Wie die guten Gefühle entstehen von Stefan Klein.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Elisabeth am 20.08.2008
Dieses Lebenshilfe-Gedudel geht mir schrecklich auf die Socken.
Von: Gitte Härter am 20.08.2008
Hallo Elisabeth,

interessant, wie unterschiedlich da die Wahrnehmung ist: Ich sehe das nicht als Lebenshilfe-Gedudel, sondern als ganz normale Fragen zum Reflektieren. Da stecken oft gute Antworten für einen selbst drin.

Aber wenn das nicht Deins ist: Ignorier's halt einfach.

Viele Grüße
Gitte
Von: Elisabeth am 20.08.2008
Ich wollte dich nicht beleidigen, mir ist nur kurz der Kragen geplatzt.
Von: Gitte Härter am 20.08.2008
Keine Sorge, ich habe es gar nicht als Beleidigung empfunden grin
Von: Zamyat M. Klein am 21.08.2008
Ja, ist schon witzig, wie es unterschiedliche Knöpfe drücken kann grin.

Bei mir landet es gerade anders, denn das Thema wurde auch bei dem Meditationscamp angesprochen, in dem ich gerade war.
Stichworte, die mir noch dazu einfallen: die Unterscheidung von wirklichem Glück und kurzfristigem Vergnügen.

Dann genau das, was oben erwähnt wird: wie scheinbare Katastrophen sich aus der Rückschau einige Jahre später als "Glücksfall" herausstellen können. Denn dort wurden neue Weichen gestellt, die zu besserem führten als das vorherige.

Für mich hat Glück auch viel mit Achtsamkeit und Wahrnehmung zu tun. Glück hängt für mich nämlich auch mit den vielen kleinen Dingen zusammen, die mir täglich "geschenkt" werden. Das kann in der Natur sein, in der Begegnung mit Menschen oder im Business.

Und schon bin ich beim Thema "Dankbarkeit". Auch das setzt voraus: wahrnehmen, was mir an Schönem begegnet und es nicht als selbstverständlich sehen.

Natürlich habe ich auch nicht immer diesen abgeklärten Blick und rege mich über Kleinkram auf. Aber - leider oft durch wirkliche Katastrophen und Krankheiten- werde ich immer wieder mal aufgerüttelt und wahrzunehmen, wie reich beschenkt ich in diesem Leben bin!

Und da ich mich dann besser fühle, ist mir diese Sicht auch lieber und hilfreicher als die mit Blick auf das, was gerade nicht so klappt.

Der Begriff Glück hat aber auch so was wie "Glück gehabt", also reiner Zufall. So sehe ich das weniger. Sondern ich kann dazu beitragen - durch meine Wahrnehmung. Und ansonsten sehe ich es eher als "Geschenk" oder auch als "innere Führung", die mich durch nicht immer gleich verständliche Verschlingungen führt... aber jetzt wird es wahrscheinlich zu esoterisch grin.

Sonnige Tage wünsche ich uns
Zamyat
Von: Gitte Härter am 21.08.2008
Hallo Zamyat,

danke für Deine Gedanken dazu.

Du schreibst unter anderem: _"die Unterscheidung von wirklichem Glück und kurzfristigem Vergnügen"_

In der ersten Fassung des Artikels hatte ich statt des Satzes "Ich habe keine Ahnung, was die offizielle Definition von Glück ist." stehen -> "Ich habe keine Ahnung, was Glück ist."

Das habe ich dann verändert, weil es so klingt, als sei mein Leben freudlos und ich bedauernswert smile ... aber was ich damit ausdrücken wollte ist: Für mich ist "Glück" etwas eher Seltenes, Momentanes (also genau anders als Du es für Dich erlebst ... und viele andere Menschen offenbar auch). Ein Moment (der nicht großartig oder bedeutend sein muss), wo ich ein richtiges Glücksgefühl spüre.

Ansonsten ist mir der Begriff fast zu abstrakt. Manche Leute streben ja regelrecht nach Glück. Ich wüsste gar nicht, was das genau bedeutet und mir erscheint es fast ein wenig anstrengend grin

Da sind wir aber wieder bei den individuellen Begriffsdefinitionen.

Bei mir reicht Zufriedenheit oder Freude am Tun oder "Sein".

Ach, da fällt mir noch ein, dass ich kürzlich in einem Interview gehört habe, dass viele Menschen nicht nach Glück, sondern nach Leidensvermeidung streben. Auch interessant.

Hiermit schließe ich die etwas wirren Spontangedanken, die Dein Beitrag bei mir ausgelöst hat ... und wünsche einen schönen Abend
Gitte
Von: Stephanie am 24.08.2008
Vom Glück im Leben - Gesprächsrunde

zdf.de/ZDFmediathek

Herzliche Grüsse Stephanie und viel Spass beim Schauen
Von: Angelika am 25.08.2008
Was ich an dem Thema immer wieder interessant finde, ist die unterschiedliche Wahrnehmung einerseits und Erwartung andererseits. Beispiel: gestern hatte ich in einer Sache aus meiner Sicht Glück gehabt, weil etwas gelungen ist, was mir sehr wichtig war/ist. Darauf hin sagte mir eine Bekannte, der ich das berichtete: na, Du hast ja immer Glück (Vorwurf??) und bist Du hoffentlich auch richtig dankbar dafür?. Irgendwie kam diese Reaktion bei mir nicht so richtig gut an. Trotz alledem: sich ab und zu die Frage zu stellen, "wie glücklich bin ich" finde ich schon deshalb wichtig, weil gerade in unserer abgesicherten Welthälfte so viele Menschen so unglücklich sind (vermeintlich) und dementsprechend auch durch die Gegend rennen.:-( Also, ich bin meistens glücklich, denn ich habe auch genügend Un-Glück erfahren und weiß für mich Glück zu schätzen. Und weiß auch, daß "Glück" sehr subjektiv besetzt ist.
Von: Sina am 25.08.2008
Noch ein kleiner Tipp für die erste Schreiberin: ab und zu mal raus aus den Socken und spüren ohne "Absicherung", das kann dann auch Glück sien, wenns nicht weh tut.....

 

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