Produktivität

Heute Vormittag: Kram

Gitte Härter • 16.06.2009 • email Weiterempfehlen

Erschlägt Sie auch manchmal das Zeug von allen Seiten? Ich bin gerade in so einer Situation. Das noch und das noch und das noch und der Brocken und dieser Riesenbrocken – zum Teil hängen feste Deadlines dran. Eine naheliegende Taktik ist: Das Dringendste zuerst. Das ist aber nicht immer die beste Wahl!

Zu viel Zeug im Genick stört

In dem Moment, wo Sie sich nur auf das Dringendste stürzen,

  • bleibt der „Kram“-Stapel liegen (und „Kram“ bezeichnet hier nicht Unwichtiges, sondern viele kleine Aufgaben – zum Teil dringend, zum Teil einfach anstehend),
  • kriegen Sie überhaupt nichts fertig, was der Motivation nicht dienlich ist, weil die To Do-Liste unverändert voll bleibt (und den Terminsachen nicht gerade dienlich ist),
  • kommen eventuell sogar laufend neue Aufgaben hinzu.

Natürlich: priorisieren

Natürlich ist der Termin bei wichtigen Aufgaben das Ausschlaggebendste, doch ich behaupte jetzt einfach mal, wir kennen unser Fach und unsere eigene Leistung so gut, um einschätzen zu können wie ein größerer Brocken rechtzeitig bewältigt werden kann.

Manchmal ist es gut, ihn herunterzubrechen, und in Teilaufgaben abzuarbeiten. Aber manchmal ist es besser, den Kopf voll und ganz drinzubehalten und größere Zeitbrocken am Stück zu reservieren anstatt sich immer wieder reinzufinden.

Ein paar Stunden konzentriert für den Kram

Ich finde es motivierend und habe ein sehr viel produktiveres Gefühl, wenn ich ein paar „Kram-Sachen“ geballt erledige, bevor ich mich den größeren Brocken widme. Das erhöht außerdem die Produktivität, denn ich habe den Ehrgeiz, in der Zeit, die ich dafür vorgesehen habe, möglichst viele der kleineren Aufgaben zu erledigen.

Heute ist zum Beispiel so ein Tag: Erstmal gehe ich in die Küche, um mir etwas Benzin zu kochen. Dann gebe ich mir Zeit zum Aufwachen. Und dann ist der Vormittag reserviert für „Mach so viele von den kleineren Aufgaben weg wie es geht“. Das ist gleichzeitig eine Erleichterung, weil die To Do-Liste schmilzt, und es ist Motivation, weil ich mir geballt mehrere Erfolgserlebnisse schaffe.

Nichts ist bei akuter Aufgabenbedrängung besser als Dinge komplett fertigzubekommen!

Schlag Mittag ist Ende. Denn der Nachmittag ist für den großen Brocken reserviert. In dieser Zeit dürfen Sie dann wirklich nur den großen Brocken machen. Das Gute: Manchmal schafft man in ein paar Stunden geballter Zeit solche großen Aufgaben ganz weg: Sie können sich so richtig drauf konzentrieren, reinsteigern und sind mit dem Kopf voll und ganz in der Sache.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Zamyat M. Klein am 16.06.2009
Ja, also, liebe Gitte,

das sehe ich ja genau umgekehrt, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich ein totaler Morgenmensch bin und du ja wohl eher nicht (siehe Benzin grin).

Darüber hatten wir uns ja auch schon mal ausgetauscht. Wenn ich morgens mit Kleinkram anfange und beispielsweise die e-Mails anschaue, dann ist der Tag gelaufen...

Ich muss "dicke Brocken" und "Wesentliches" am Anfang machen, zwei bis drei Stunden am Stück, beispielsweise am Buch schreiben oder ein Seminar vorbereiten oder ein Konzept oder Angebot schreiben.

Danach kann ich dann entspannt das Gemüse erledigen mit dem zufriedenen Gefühl: das Wichtigste habe ich geschafft.

Zumal ich nachmittags oft Termine habe, ob Coaching, Besprechungen oder Arzt- Termine. Ich lege das alles in den Nachmittag, weil der morgen eben "heilig" weil doppelt so effektiv ist.

Muss also wohl (mal wieder) jeder seinen Weg raufinden, der für ihn der beste ist. Aber "Brocken an einem Stück", da sind wir uns ja einig.

Viele Grüße
Zamyat
Von: Gitte Härter am 16.06.2009
Hallo Zamyat,

da ging's mir auch weniger darum, dass das am Vormittag sein muss - wie Du sagst: wie man selbst am besten arbeiten kann und wie der Alltag aussieht, bestimmt ja die Zeit.

Mir ging es eher darum, nicht gar nichts zu machen und nur das GROSSE im Blick zu haben und gleichzeitig von tausend anderen Dingen erschlagen zu werden. Um mein Beispiel von oben zu nehmen: das umzudrehen und zu sagen "heute früh mach ich geballt an der großen Sache, aber am Nachmittag schaue ich, dass ich andere Aufgaben gezielt wegbekomme, um sie aus dem Genick zu haben" funktioniert ja ganz genauso.

Einen schönen Tag
Gitte
Von: Marius Furche am 17.06.2009
Hallo Gitte,
seit heute morgen schiebe ich sieben Anrufe auf - für heute mein Kram!
Habe gerade Deinen Artikel gelesen, die Nummern rausgesucht und jetzt wird telefoniert. Deshalb: Danke!
Von: Marius Furche am 17.06.2009
Und erledigt!
Sogar noch mehr geschafft!
Von: Gitte Härter am 17.06.2009
Toll!
Toll!
Toll!

grin
Von: Andrea Vogel am 22.06.2009
Liebe Gitte!

...Sehr schöner Beitrag! grin

Ich finde mich selbst in vielen deiner Beschreibungen wieder. Bei mir ist übrigens der Montag der KRAM-Tag! Zu Kram zählen bei mir
* Emails lesen (und auch beantworten)
* Zahlungseingänge prüfen, damit ich mit Aufträgen loslegen kann (ab Dienstag)
* Angebote schreiben
* Newsletter wie euren lesen
* Telefonate
* Materialbestellungen bei Lieferanten
* Homepage-Überarbeitungen
* an neuen Designideen "basteln"/skribbeln

....Und dabei geht GANZ LOCKER ein kompletter Tag drauf. Aber gemacht werden müssen die Sachen ja sowieso. Früher hab ich mir dafür nur einen halben Tag "gegönnt" und war immer gefrustet, weil ich nicht ansatzweise alles geschafft habe und den Kram dann doch über die Woche noch im Nacken hatte.

Jetzt habe ich mich damit eingerichtet, dass das eben so lange dauert, und bin dann froh, wenns erledigt ist, und kann am Dienstag voller Tatendrang in die Produktion einsteigen. Mit diesem Ablauf fühle ich mich eigentlich inzwischen so richtig wohl wink

Allen einen schönen Tag noch und dass ihr schön viel kram wegschafft!

Herzliche Grüße
Andrea
Von: Gitte Härter am 22.06.2009
Hallo Andrea,

freut mich, dass Dir der Artikel so gut gefällt (ich lache schon seit Tagen über diese wohl lahmste Überschrift: Heute Vormittag: Kram .. hahaha).

Dein Beispiel zeigt einmal mehr wie wichtig es ist, sich die Arbeitswoche ein wenig durchzuplanen. Wenn Du den Montag zum "Kram-Tag" inkl. Überarbeitung, Ideen etc. erklärt hast, dann hast Du den Kram buchstäblich aus dem Genick und sorgst auch für die kontinuierliche Verbesserung Deines Geschäfts.

Einen schönen Kramtag weiterhin grin
Gitte
Von: Andrea Vogel am 22.06.2009
Hallo liebe Gitte!

Ja danke, habe schon erfolgreich gekramt und bin gerade dabei, eine individuelle Kalkulation für einen Sonderauftrag zu erstellen!
Dann ist heute Nachmittag noch "rumdesignen" an einem neuen Piepmatz-Print für Babybodies angesagt grin Die definitiv schönste Aufgabe für meinen Kramtag heute! Deshalb hab ich sie mir für den Schluss aufgehoben und erst den "blöden Kram" erledigt...

Liebe Grüße
Andrea

 

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