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Ihr Nachbar: Ihr Kunde?

Gitte Härter • 09.09.2008 • email Weiterempfehlen

Das Problem ist ja immer: Man sitzt in seinem Kämmerlein und würde gerne Kunden gewinnen. Aber wer da draußen braucht Sie überhaupt? Wer ist interessiert? Wer wäre sogar heilfroh, wenn er zu Ihnen kommen könnte?

Wenn Sie nicht gerade auf dem Land wohnen, ist das leicht zu beantworten: Ihre potenziellen Kunden sitzen häufig bereits neben Ihnen.

Wenn Sie etwas anbieten, das sich an Privatleute wendet (Sportkurse, Massagen, Versicherungen ...) ist fast jeder Ihrer Nachbarn ein potenzieller Kunde. Wenn Sie etwas anbieten, das spezieller ist oder das sich an Firmen wendet, dann gilt das prinzipiell auch: Zum einen können Sie sich gezielt die Firmen in Ihrer Nachbarschaft herauspicken, die Ihrer Zielgruppe entsprechen. Zum anderen hat jeder Mensch da draußen ein großes Umfeld. Wenn also die Leute im Nebenhaus zwar nicht Ihre Zielgruppe sind, so kann es sein, dass deren Schwager oder Studienkollege der Tochter ein potenzieller Kunde ist.

Sieh: Das Gute liegt so nah!

Denken Sie mal lokal:

  • Auf welche Weise können Sie den Leuten im direkten Umkreis Ihres Büros, Studios oder Ihrer Wohnung von Ihrer Leistung oder Ihrem Produkt erzählen?
  • Welche lokalen Werbemöglichkeiten gibt es? Was davon haben Sie in welcher Form schon genutzt?
  • Wie zugänglich laufen Sie durch die Gegend? Das kleine Geplauder beim Bäcker, im Blumenladen oder beim Friseur, das den Menschen mehr von Ihnen erzählt, ist bereits ein wichtiger Geschäftsanbahner. Denn diese Geschäftsleute sind immer viel im Gespräch und erinnern sich: “Ich kenne da jemanden ...!”

Übrigens sind lokale Werbemaßnahmen oft auch sehr kostengünstig: ob das der Flyerstapel ist, den Sie in einer Arztpraxis deponieren, oder ob Sie eine Anzeige im Wochenblatt schalten. Auch (individuell vorbereitete und personalisierte!) Vorstell-Briefe in dem großen Bürohaus da hinten in die Briefkästen zu werfen, das ist schnell passiert und spart Ihnen das Porto.

Vorteil Nähe

Gerade wenn Sie im Business-to-Business-Bereich arbeiten, ist die unmittelbare Nähe zum Kunden sogar noch ein besonderer Wettbewerbsvorteil: Es ist praktisch, wenn der Computermensch eben mal rüberspringen kann, denn es geht schneller, ich spare mir großartige Anfahrtskosten und Sie können relaxt mal eben rüberschlendern. Es ist optimal, wenn ich meiner Steuerberaterin ohne große Wege die Belege vorbeibringen kann - oder sie sie netterweise sogar bei mir abholt.

Und es ist schön, sich zu kennen. Telefonisch oder per Brief anzubandeln, zu sagen: „Hey, ich bin hier gleich um die Ecke und komme gerne mal unverbindlich vorbei, damit wir uns kennenlernen“ - auch das senkt die Hemmschwelle und verschafft Ihnen öfter mal eine Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Zamyat M. Klein am 09.09.2008
Liebe Gitte,

ja, das ist schön - und ich mag es auch immer mehr umgekehrt, Dienstleistungen aus der unmittelbaren Umgebung zu nutzen.

Bei meinem Job als Trainerin denke ich natürlich erst mal, dass in meinem Dorf mit 13 Häusern (!) nicht unbedingt potenzielle Kunden wohnen.
Aber why not?
Und wie du schreibst: die kennen ja auch wieder Menschen, die Menschen kennen..

"Den Augenblick nutzen, präsent sein" bedeutet für mich in dem Zusammenhang, immer mindestens Visitenkarten - oder so vorhanden- Prospekte von meiner Arbeit dabei zu haben.

Denn es können sich immer und überall Gespräche darüber entwickeln und das Gegenüber plötzlich Interesse bekunden. Sehr oft erlebt im Zug (habe schon mit meiner Zugnachbarin eine Krea- Technik ausprobiert und sie gecoacht grin, oder - letztes Beispiel - im Pflegeheim meiner Mutter, wo eine Schwester plötzlich fragte, ob ich vielleicht für die Mitarbeiter eine Schulung machen könnte...

Die Möglichkeiten lauern überall grin, wenn man sie wahrnimmt und ergreift - und keine falschen Hemmungen hat.
Wie du schreibst: es gibt Menschen, die FREUEN sich über unser Angebot, sie müssen nur auch davon erfahren.
Und es ist ein SERVICE, wenn wir ihnen das mitteilen und nicht verschämt verschweigen...

Sonnigen Tag (aus Thüringen zurzeit)
Zamyat
Von: Antje Linker-Wenzel am 09.09.2008
Liebe Gitte Härter,
liebe Zamyat M. Klein,

das sind wirklich wahre Worte! Unsere Kunden sind fast überall und tatsächlich dankbar für Informationen. Wenn ich meine Flyer (Workshops für Frauen) verteile, ergeben sich oft Gespräche und darüber hinaus Kooperationen und Netzwerke, die für beide Seiten fruchtbar sein können. Daraus habe ich gelernt, dass es entscheidend ist, selbst präsent zu sein (anstatt Broschüren verteilen zu lassen). So lernen mich die Leute kennen und Fragen können schnell geklärt werden.

Das ganze auch noch als Service zu betrachten, den man auf jeden Fall mitteilen soll - das nehme ich für meine heutige Akquisearbeit mit in den Tag. Danke!

Herzliche Grüße aus Zürich

Antje Linker-Wenzel
Von: Norbert am 09.09.2008
Hallo, Gitte!

Dieser Beitrag passt bei mir gegenwärtig punktgenau zu dem, woran ich arbeite und weshalb ich Dich unter
Akquise muss nicht teuer sein
nach einem Buch oder ähnlichem gefragt habe, in dem ich etwas über die Gestaltung von Flyern erfahren kann, um eine neue Dienstleistung an die Frau und den Mann zu bringen.

Bei einem Spaziergang mit Freunden, die die Umgebung unserer Wohnung noch nicht kannten, habe ich einige Büros in Wohnhäusern und zwei kleine Gewerbezentren in Gebäuden von ehemaligen Großbetrieben entdeckt. Zudem werden in relativer Nähe neue Gewerbeflächen geschaffen. Die ersten Gebäude stehen schon und sind bezugsfertig.

Erkältete Grüße aus Hamburg

Norbert
Von: Zamyat M. Klein am 09.09.2008
@ Norbert

Gute Besserung! Hier im fernen Thüringen war heute ein Sommer- Sonnentag und ich hatte einen halben Tag frei grin
Von: Gitte Härter am 09.09.2008
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Beiträge und Ergänzungen! - Mir ist vorhin noch eingefallen, dass auch die Klingelbeschriftung bzw. wenn vorhanden auch das Schild an der Fassade oder Haustür auch eine große Rolle spielt.

Ich habe vor einigen Jahren meinen Nachbarn kennengelernt und dann auch beruflich was mit ihm gemacht, weil wir unsere beiden Klingelschilder gelesen haben und uns dann mal eine E-Mail geschickt haben (obwohl wir buchstäblich nur 2 m auseinander sind).

Viele Grüße
Gitte

PS @Norbert: Ebenfalls von mir gute Besserung ("erkältete Grüße" klingt wie eine virtuelle Ansteckung ... iiiih)
Von: Norbert am 10.09.2008
@Zamyat

Danke für die Genesungswünsche.

@Gitte

Dir auch Danke für die Genesungswünsche.
"Erkältete Grüße"... Ja, tatsächlich: Die Grüße sind "erkältet". So gesehen hast Du Recht.

Aber: Ich habe gestern Abend vor dem Schlafengehen ein "Erkältungsbad" genommen. So steht es auf der Flasche. Ist dann das Bad erkältet? Oder bin ich dann noch mehr oder überhaupt erst erkältet, wenn ich das Bad mit den ätherischen Ölen aus dieser Flasche genommen habe?

Das ist linguistische Semantik. Herrlich.

Müßte es dann nicht richtig heißen: Anti-Erkältungs-Bad?

Herzliche Grüße aus Hamburg

Norbert, der Erkältete

 

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