Mehr von dem tun, was bereits funktioniert
Viele Erfolgsprinzipien im Geschäftsleben sind eigentlich simpel, und ich glaube, genau deswegen übersehen wir sie leicht. Eines dieser gerne übersehenen Erfolgsprinzipien ist zum Beispiel:
Schaue dahin, wo du am meisten Wirkung (Umsatz, Anzahl Aufträge usw.) erzielst, und mache einfach mehr davon.
Das bedeutet: Sie untersuchen Ihr Geschäft daraufhin, in welchen Bereichen Sie die größten Erfolge haben. Und dann konzentrieren Sie Ihre Arbeitskraft und die Ihrer Mitarbeiter einfach verstärkt auf diese Bereiche.
Zum Beispiel würde man dann die Produkte oder Dienstleistungen verstärkt anbieten und gezielt verbessern, die am meisten nachgefragt werden. Sie stärken einfach das, was bereits am besten funktioniert.
Das Prinzip gilt aber auch für den Bereich Kundengewinnung, wo Sie sich fragen können: “Über welche Kanäle kommen die meisten Aufträge oder Produktverkäufe rein? Und wie kann ich diesen Kanal ausbauen oder stärker nutzen?”
Oder wenn sich meine Kunden immer besonders lobend über einen meiner Mitarbeiter äußern, dann kann ich mir diesen Mitarbeiter schnappen und schauen, was dieser besser macht, als die anderen und die andere Mitarbeiter dann entsprechend schulen.
Schaue, was gut funktioniert und mache mehr davon.
Dieses Rezept ist sehr einfach umsetzbar und genau deswegen ist es so genial.
Man muss nicht erst große Visionen, Missionen, Budgets und herausfordernde Ziele festlegen, bevor man endlich motiviert durchstarten kann. Es reichen zwei einfache Fragen:
Was funktioniert im Augenblick am besten in meinem / unseren Geschäft?
Und was kann ich / können wir tun, um mehr davon zu bekommen?
Und indem man diese Fragen wieder und immer wieder in den verschiedenen Unternehmensbereichen (Leistungserbringung, Marketing, Finanzen, etc.) stellt und danach handelt, kann man das eigene Geschäftchäft nach dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung in kleinen Schritten immer erfolgreicher machen.
Was mir an dem Prinzip “Mache mehr von dem, was am besten funktioniert” auch so gut gefällt, ist Folgendes: Man wendet damit ohne Anstrengung gleichzeitig das 80:20-Prinzip an und kann so im Idealfall mit minimalem Aufwand den maximalen Nutzen für das eigene Geschäft produzieren.
Und was mir auch daran gefällt ist, dass diese Idee so schön lösungsorientiert ist. Man muss nicht stundenlang Probleme analysieren, weil man sich ja auf die guten Dinge konzentriert, die bereits funktionieren, wie sie sollen. Manchmal muss man sich natürlich auch mal mit Problemen beschäftigen und diese lösen. Aber wenn man sich vermehrt mit den Dingen beschäftigt, die bereits gut funktionieren, um diese weiter zu verbessern, dann ist das für die meisten wohl weniger kräfteraubend, als sich mit Problemen zu beschäftigen.
Sie merken schon, ich mag dieses Prinzip von oben ![]()
Und was klappt bei Ihnen bereits ausgezeichnet? Und wie können Sie mehr davon machen?
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Anmerkungen & Kommentare
Elisabeth, da wäre für die die Frage: Was genau machen Sie richtig, damit Ihre Kunden Sie weiterempfehlen und wie können Sie davon noch mehr machen.
leider viel arbeiten gut arbeiten und dafür wenig Geld verlangen, so einfach aber auch schmerzhaft ist das
fg
Elisabeth
Ja, Ralf, ich stimme zu, weißt Du ja.
Der Witz ist nur, dass Du vorher aber schon einiges gehabt / ausprobiert haben musst, damit Du dann die Spreu vom Weizen trennen kannst, mmh?
Und sei es nur, weil sich das
<< Was funktioniert im Augenblick am besten in meinem / unseren Geschäft? >>
ja auch jederzeit mal ändern kann. Stichwort sich verändernde Märkte, Gewohnheiten usw.
Mit anderen Worten: Ein bisschen Ausprobieren, ein bisschen Analyse, und dann volle Kraft voraus.
LG Heike
Siehe auch: Über Versuch und Irrtum.
Und gerade gegen sich ändernde Wirtschaftsbedingungen ist dieses Rezept die Wunderwaffe, denn ich bekomme so sehr schnell mit, wenn etwas nicht mehr funktioniert und kann dann etwas anderes machen, statt lange ein totes Pferd zu reiten.
Wobei ich allerdings auch Gitte zustimme ...
<< ... wobei das ja nochmal komplexer ist:
Das *Ausprobieren* kann Tücken beinhalten: das Produkt/die Leistung ist noch nicht ausgereift, bräuchte also noch Feintuning, unüberzeugendes An-den-Mann-bringen, zu wenig Aktivität, nicht die richtige Zielgruppe etc.
Oder Experimentieren auch auf "Sprache"/Texte bezogen: Das kennen, glaube ich, auch die meisten von uns (und im Online-Workshop hatten wir darüber auch eine sehr interessante Diskussion) -> Manche Dinge funktionieren nicht, zum Beispiel ein Seminar, und dann ändert man den Titel und das Ding wird der Renner.
Experimentieren also auch in Art und Ausführung und nicht gleich "alles von Bord werfen, nur weil es scheinbar nicht sofort geklappt hat". >>
... oder natürlich auch Deinem "in die Schublade damit".
Oder auch meinem "ein bisschen in die Runde (der Kunden) hören und sehen, und dann kombinieren (und ausprobieren)".
Also: Beobachten, analysieren, ausprobieren, dranbleiben oder in die Schublade damit.
LG Heike
ja, das war eine spannende Diskussion mit den Titeln. Und es ist wirklich wie verhext, wie derlei Kleinigkeiten sich auswirken können.
Beim "zu schnell über Bord werfen" fällt mir ein, dass ich öfter mal Selbstständige im Coaching hatte, die ganze Branchen "rauswarfen". Das Prinzip: Ich schreibe 5 Firmen aus Branche X an, keiner hat mich auf meinen Brief angerufen = DIESE BRANCHE BRAUCHT MICH NICHT :-o
Man tappt da schneller rein, als man denkt. Gerade, wenn man als Einzelmensch arbeitet und sich nicht mal eben bespricht.
Ein schönes Wochenende
Gitte
ja, und wenn ich nicht nur ausprobiere / rauswerfe, sondern auch analysiere / feintune, muss ich nicht so ein mörderisches Tempo vorlegen, um dann doch noch einen Renner zu landen.
Manchmal zahlt sich Dranbleiben und Tunen doch noch aus. Andernfalls hätte ich z.B. meine Sache schon längst wieder dichtgemacht - und jetzt den Stress damit, etwas Neues anzufangen.
Das Kitzlige ist wohl immer, herauszufinden, wann was Sinn macht. Deshalb arbeite ich auch mit Deadlines, z.B. "innerhalb eines Jahres muss die und die Stufe erreicht sein, sonst ...". Dann hat man zumindest die Gelegenheit zum Tunen - und eben auch zum Ausprobieren.
Mmh, ich sehe, das *wird* philosopisch.
Schönes WE zurück. Obwohl ich gerade an neuen Selbstlernkursen schreibe und noch einiges andere umstelle. Also nicht ganz so WE.
LG Heike
Interessanter Beitrag und gute, zum Nachdenken anregende Kommentare.
Danke.
Herzliche Grüße
Norbert
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Spricht mir aus dem Herzen, zumal ich sowieso ein Anhänger von "Stärken stärken" bin - und nicht von "Schwächen eliminieren". Und dabei erfüllt man nebenbei noch 80:20. Wunderbar!