Nachgefragt: Ihr Jahresmotto
Anfang des Jahres haben auf meinen Artikel Unter welchem Stern steht dieses Jahr? viele von Ihnen geantwortet und ihr Jahresmotto verkündet.
Im April habe ich dann nachgefragt, wie es nach dem ersten Vierteljahr so aussieht, da haben dann nur noch vier Leute geantwortet.
Jetzt ist das erste Halbjahr rum: Zeit, bei Ihnen allen nochmal nachzufragen – und ein bisschen darüber zu philosophieren, warum bei solchen Vorhaben oft der Fokus flöten geht.
Wie sieht’s aus?
Haben Sie sich Anfang des Jahres enthusiastisch für ein Jahresmotto entschieden? Dann erzählen Sie doch, wie das für Sie bisher so ist:
- Haben Sie Ihr Motto im Blick?
- Konnten Sie Teile davon schon gut etablieren?
- Was möchten Sie als Nächstes angehen?
Hier mein Zwischenbericht:
Mein Motto für 2010 ist ja „radikaler Wandel“, das heißt: Ich will dieses Jahr mein Leben komplett verändern.
Wie ich Anfang April erzählt habe, lag mein Schwerpunkt im ersten Vierteljahr auf beruflichen Veränderungen. Im zweiten Vierteljahr hat sich das gedreht: Ich habe Veränderungen, die ich zu Beginn des Jahres angestoßen habe, weitergeführt und mich einem großen Problemthema gewidmet – meiner lausigen Work-Life-Balance. Die hatte ich ja schon seit einiger Zeit verbessert, indem ich Abend- und Wochenendarbeit fast eliminiert habe. Jetzt ging es dem „tagsüber“ an den Kragen.
Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt. Das heißt für mich vor allen Dingen regelmäßig und mehr essen ... und es brachte einen ungewohnten Rattenschwanz mit sich: frühstücken „lernen“ (was ich mein ganzes Leben lang schon nie gemacht habe), ständig frische und vielseitigere Sachen einkaufen, Essen zubereiten, viel mehr abspülen.
Vor allen Dingen aber: Nicht als erstes den Computer anmachen, sondern mich erst mal zum Frühstück in die Küche setzen. Mittags nicht durchmachen oder nebenbei was essen, sondern tatsächlich Mittagspause zu machen. Das „ständige“ Einkaufen ist auch höchst ungewohnt für mich, weil ich dazu immer zu faul war.
Drangewöhnen muss ich mich, dass ich auf diese Weise weniger Zeit zum Arbeiten habe, was zwar einerseits erwünscht ist, andererseits aber trotzdem erst mal abgeht. Ich bin auch häufiger unlustig zu arbeiten als früher. Beim andauernd Machen-und-Tun ist, glaube ich, auch keine Zeit, das zu hinterfragen. Es ist ja ständig was los und die Energie bleibt oben. Mir scheint, ich komme durch das Antrainieren von Pausen erst wieder auf den Pausengeschmack. Hehe.
Ich bin jedenfalls ganz stolz, dass dieser – für mich mehr als radikale – Wandel in dieser Beziehung bisher schon mehrere Wochen konstant und erstaunlich mühelos gelungen ist, bleibe aber natürlich erstmal ganz bewusst dran.
Das ist auch gleich schon das Stichwort, warum viele Dinge im Sand verlaufen, die wir uns so vornehmen.
Nicht im Fokus
Viele Vorhaben – ob das nun so ein Jahresmotto ist, die Akquise oder der Vorsatz, seine Buchhaltung regelmäßiger zu machen – geraten deshalb schnell wieder in Vergessenheit, weil wir sie nicht bewusst vor unserer Nase behalten.
Also:
- Uns daran täglich erinnern!
- Das Ziel, warum wir Sache X tun möchten, zu kennen - und es wirklich erreichen zu wollen.
- Kontinuierlich kleine Schritte zu TUN, damit sich Fortschritte zeigen und vor allen Dingen Dynamik reinkommt.
- ... und idealerweise für irgendeine Form der Öffentlichkeit und „Rechenschaft“ sorgen.
Ich halte den dritten Punkt für besonders wichtig. Das kenne ich auch von mir selbst. Wenn ich nicht dauernd gezielt schauen würde: Wie kann ich das „radikaler Wandel“ tatsächlich umsetzen – und zwar JETZT (und nicht irgendwann später, wenn ich wieder mal dran denke), dann würde ich nichts tun.
Öffentlichkeit, wie zum Beispiel hier im Blog, ist auch immer sehr hilfreich. Klar habe ich hier den Vorteil, dass ich mehr in der Pflicht bin: Immerhin habe ich damit angefangen und mein eigenes Vorhaben verkündet, da sollte ich wenigstens mit gutem Beispiel vorangehen ...
... und ja: Das hilft auch mir selbst.
Dennoch ist auch das natürlich eine Form der Selbstdisziplin: Halte ich mich selbst in der Pflicht, Transparenz und Rechenschaft abzulegen? Schreibe ich zum Beispiel ein Update hier im Blog, wenn eine Nachfrage kommt?
Oder lieber nicht, vielleicht weil ich das Jahresmotto wieder verworfen, es ausgetauscht habe oder weil ich einfach nichts getan habe und mir das peinlich ist.
Und das bringt zum nächsten Erfolgsfaktor.
Nicht erlauben, dass es im Sand verläuft.
Jeder von uns kennt es ganz sicher, dass man ein Vorhaben einfach nicht durchgezogen hat. Vielleicht ist es schon nach dem „Ich will/ich werde“ versandet, vielleicht hat man es am Anfang gut verfolgt und dann irgendwann nicht mehr weitergemacht.
Das ist nicht schlimm!
Schlimm ist es nur, wenn Sie erlauben, dass es buchstäblich sang- und klanglos im Sand verläuft.
Wenn Sie etwas nicht mehr tun möchten, dann beenden Sie es „offiziell“: „Ich wollte das erst machen, habe es aber doch nicht getan und jetzt ist es mir nicht mehr wichtig.“, „Es ist mir zu viel Arbeit.“, „Ich habe keine Lust drauf und lass es lieber.“
Auf diese Weise brauchen Sie es nicht als unerledigt und wieder-mal-was-nicht-zu-Ende-gebracht mitziehen.
Und wenn Sie Ihr Vorhaben eigentlich doch ganz gerne verfolgen möchten, es aber haben schleifen lassen. Egal! Dann fangen Sie einfach ab jetzt neu an. Es geht doch nicht um einen Wettkampf, um verpasste Chancen oder um versäumte Zeit, es ist doch immer nur entscheidend, was Sie AB JETZT tun.
Also: Lesen Sie doch Ihr Motto von damals und schauen Sie, wie es sich heute damit verhält – auch wenn Sie bisher nicht bewusst etwas dafür getan haben. Und wenn Sie den Beitrag heute erst lesen: Dann steigen Sie doch für heuer einfach noch ein!
Sie können diesen Beitrag
kommentieren oder ihn an einen Freund oder Bekannten
weiterempfehlen
oder
Twitter den Beitrag.
Anmerkungen & Kommentare
Beatrice
ich bleibe meinem Motto treu: Losgehen, gutes Geld verdienen und das Leben genießen. Seit Jahresbeginn habe ich: meine Leistungen einer Generalinventur unterzogen, mein Selbstmanagement rundum erneuert (dank Home-Office und Zent-to-Done und einiger Gleichgesinnter, die damit infiziert sind), neue Schwerpunkte in mein Geschäft geholt (Trainings zum Thema Selbstmotivation - freu!). In den letzten Wochen übe ich mich erfolgreich in Akquise. Und ich habe gerade frisch meine Ziele für´s 2. halbjahr geplant.
Was ich sehr schön finde: Je klarer ich beruflich werde, desto klarer werde ich auf den anderen Spielfeldern meines Lebens. Und genieße zur Zeit sehr die Morgende in der Sonne und die Möglichkeit, mein Business selber zu planen, weiterzuentwickeln und eigene Akzente zu setzen.
Als kleine Erinnerungen an mein Jahresmotto findet es sich auf Seite 1 meines Kalenders und als Begrüßung auf meinem Handy-display wieder.
Lieben Gruß
Volkert
dankeschön Heike und Volkert für die ausführlichen "Sachstandsberichte"
Super!
@Beatrice: Wie alles, was man komplett umkrempelt, ist die Anfangsphase etwas mit Mehrarbeit und Umgewöhnen verbunden. Ich habe einfach überhaupt auf "gesund" und vor allen Dingen "regelmäßig" umgestellt.
Ich weiß nicht, wie es Dir geht: Ich bin kein Koch und, wie gesagt, eher faul, was den Haushalt angeht.
"Gesund" heißt also Vollkorn, Gemüse und Obst, Eiweiß - also alles, was man gemeinhin so essen soll, um sich wirklich gesund zu ernähren.
Da ich diese Sachen eh gerne mag, lag der Knackpunkt bei mir wirklich beim Einkaufen. Wenn das funktioniert, funktioniert auch das Essen. Früher habe ich auch deshalb oft schlampig oder zu wenig gegessen, weil einfach nichts da war.
Geholfen hat mir, dass mein Tanzstudio, bei dem ich 3 x die Woche bin direkt bei einem Bio-Supermarkt und an der U-Bahn liegt. Insofern kann ich das Einkaufen jetzt sehr bequem nebenbei erledigen.
Was auch sehr hilft, ist, dass schon nach kurzer Zeit die Lust auf gesundes, vielseitiges Essen buchstäblich gekommen ist. Da muss man wohl wirklich "sich selbst" nur ein wenig regelmäßig ein gutes Angebot machen und dann ändert sich die Lust aufs Essen.
Ich kaufe jetzt auch immer mal gezielt Sachen ein, die ich früher nie gekauft habe.
Übrigens: Kochen tu ich nach wie vor nicht. Soweit geht's dann doch nicht. Ich esse auch viel Salat oder Rohkost.
Großartig aufkochen wäre nichts für mich (abgesehen davon, dass ich es nicht kann).
Wie klappt es bei Dir?
Viele Grüße
Gitte
Anmerkung schreiben
Bitte keine Firmen im Namensfeld und keine Webadresse oder sonstige Eigenwerbung im Kommentar.
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.
Unsere aktuellen Selbstlernkurse:
- Wenn die Selbstständigkeit belastet (21-Tage-Programm)
- Wie Sie Ihr Angebot Schritt für Schritt verbessern
- Erfolgreiche E-Mail-Newsletter (Tagesversion / Wochenversion)
- Webseiten, die verkaufen
- Erfolgreiche Telefonakquise (Business-to-Business)
- Akquise mit Spaß und Motivation
- In 3 Schritten zu einem aussagekräftigen Profil
- Geschäftliche und persönliche Ziele finden
Kategorien
Die letzten Kommentare
Kleine Checkliste für Ihre Website
Gitte Härter
10.02
Blogparade für Selbstständige: Desillusioniert
Gitte Härter
10.02
Anzeichen von mangelnder Produktivität beachten
Gitte Härter
10.02
Blogparade für Selbstständige: Desillusioniert
Frank Obels
08.02
Kleine Checkliste für Ihre Website
Bärbel Edel
08.02
7 Erfolgsfaktoren für Ihre Akquise!
Gute – und damit erfolgreiche – Akquise weist sieben wichtige Eigenschaften auf. Sie ist ...
111 Annahmen ...
... mit denen Selbstständige
meistens danebenliegen
Gitte Härter •
rechtzeitig zur Jahresmitte rufst Du zum "Review" auf.
Mein Jahresanfangsmotto: "Umwerfender Service im innen wie im außen" anbieten. Was habe ich bislang dafür getan?
- Ich habe mir eine "CRM-Software" gekauft, wo ich meine Kunden besser im Visier habe.
- Mein neuer Serviceblog bediene ich mind. einmal die Woche.
- Ich bin regelmäßig bei Kundenterminen vor Ort dabei, um unsere Kunden besser kennen zu lernen und bessere Konzepte dafür entwickeln zu können.
- Unseren Mitarbeitern gegenüber bin ich aufmerksamer und überrasche sie ab und an.
- Ich agiere etwas anders, mein neues Markenzeichen: herzlicher Biss.
- Ich bastle an einem neuen Servicekonzept für unseren Baubetrieb.
Da ich meinen Fokus auf dieses Ziel ausgerichet habe und ich Woche für Woche daran arbeite (also stets kleine Schritte gehe), werde ich in 6 Monaten nochmals einen großen Schritt weiter sein.
Und Ende dieses Jahres, am 31.12. werden wir uns dann wieder lesen,
Servicebedachte Grüße
Heike