Twitter: Was ist das nochmal genau?
Schon seit längerem kommt man an „Twitter“ ja nicht wirklich vorbei, das heißt am Wort, an der Plattform schon. Ging mir zumindest lange so. Ich hatte das unter „Zeitverschwendung“ auf dem Schirm. Und erst zwei äußerst penetrante Twitterfans
aus meinem Seminar kürzlich haben mich (und ein paar andere) zum Twittern gebracht. Wollen Sie mal gucken? ... oder mir sogar „followen“? Diese Woche schreibe ich jeden Tag einen Beitrag über Twitter.
Ich denke mir, dass sich einige von Ihnen dafür interessieren, oder Sie zumindest gerne mal näher wissen würden, was das denn nun genau ist und ob es nützlich sein könnte.Twitter ist bei näherer Betrachtung nämlich ganz schön komplex, finde ich.
Natürlich kann man sich schnell und unkompliziert anmelden und direkt loslegen. Wenn Sie aber mit Ihrem Business nach außen gehen, reflektiert Ihre Twitterseite eben auch auf Sie – und Ihr Angebot -, und da sollte man wie bei jedem anderen Unternehmensauftritt etwas geplanter rangehen, finde ich.
In der Auftaktfolge geht es darum, was Twitter nochmal genau ist. Die folgenden Teile:
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Twitter (2): Ernstzunehmend oder Spielerei?
Kann Ihnen dieses Twittern wirklich in puncto Kontakte und Marketing nützlich sein und was erwarten Sie sich davon?
Twitter (3): Follower bekommen und selbst werden
Geht es wirklich nur darum, möglichst viele „Follower“ zu haben – vielleicht sogar vielen Leuten zu folgen? Ist jeder Follower ein guter Follower?
Twitter (4): Empfehlung – erste Twitter-Schritte
Einige erste Schritte, die ich selbst sehr nützlich fand, um sich erstmal umzusehen und die Twitter-Seite vor dem Publikmachen ansprechend zu gestalten und etwas zu füllen.
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Was ist dieses Twitter nochmal genau?
Wenn Sie sich mit Twitter noch nicht befasst haben, geht es Ihnen vielleicht wie mir bis vor kurzem und Sie haben zumindest Schlagworte wie „Microblogging“ oder „140 Zeichen“ schonmal gelesen. Vielleicht ist Ihnen auf der einen oder anderen Website das Twitter-Logo oder die Aufforderung „follow me on Twitter“ begegnet.
Nochmal in Kürze:
Twitter (engl. Gezwitscher) ist eine Plattform, bei der Sie vom eigenen PC oder mobilen Geräten, z. B. auch Ihrem Handy, Kurznachrichten bis maximal 140 Zeichen absetzen können. Diese erscheinen dann nacheinander weg mit Datums- und Zeitstempel versehen in Ihrem Profil. Ihr Profil ist Ihre Twitterseite, die jeder einsehen kann (außer Sie sperren sie für die Öffentlchkeit).
Follow: Sie können selbst anderen Twitterern „folgen“, deren Beiträge also sozusagen abonnieren und sind so immer auf dem Laufenden. Andere Leser, die Sie oder Ihre Beiträge interessant finden oder sich gerne mit Ihnen unterhalten abonnieren Ihre Beiträge. Jede Twitter-Seite kann auch als RSS-Feed abonniert werden.
Ein Twitter-Beitrag wird auch „tweet“ genannt. Und ein retweet ist ein Beitrag von jemand anderem, den Sie wiederholen und mit dem Zusatz retweet (oder RT) und dessen Benutzernamen als Ursprungstwitterer kennzeichen und damit gleichzeitig für ihn Werbung machen, da der Name erscheint und seine Twitterseite verlinkt wird (Beispiel: RT @gittehaerter „blabla“).
Mehr müssen Sie schon nicht mehr wissen, die Plattform ist simpel und wenn Sie sich ein wenig durch die verschiedenen Seiten klicken und etwas rumprobieren, bekommen Sie den Bogen schnell raus.
Aber Achtung: Jetzt könnte man natürlich einfach loslegen. Man kann sich aber auch der Komplexität der Sache bewusst sein. Gerade wenn Ihr Ziel nicht einfach die Plauderei ist, lohnt es sich, näher hinzusehen.
Als Twitterer haben Sie zwei Seiten: Ihre Home-Seite und Ihre Profil-Seite.
Die Home-Seite ist Ihre interne Seite: Hier sehen Sie chronologisch Ihre eigenen Postings und alle neuen Beiträge der Twitterer, denen Sie „followen“.
Hier ein Beispiel:
Die Profil-Seite ist die Seite, die „die Welt“ sieht. Hier erscheinen also immer nur alle eigenen Beiträge. Auch Antwort-Beiträge. Wenn Sie einen Beitrag mit @Empfängername einleiten, dann sprechen Sie damit die Person zwar direkt an, der Beitrag landet aber ganz normal – und für alle lesbar – auf Ihrer normalen Twitter-Seite. Unter vier Augen können Sie sich nur per „direct message“, also sozusagen privater Nachricht mit jemandem kurzschließen.
So sieht meine Profil-Seite aus:
Wann immer Sie sich also auf einen Beitrag von jemand anderem beziehen, ist das nur dann für alle Ihre Mitleser verständlich, wenn Sie den Zusammenhang herstellen. Sonst steht in Ihrem Profil
@erwin: Haha, finde ich auch.
@Susanne Guter Tipp!
@Rudi: Sollten wir echt mal wieder machen.
... und niemand blickt’s, weil die Nachrichten von Erwin, Susanne und Rudi, auf die Sie gerade antworten, nur auf Ihrer „internen“ Home-Seite erscheinen.
Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, auch für einen selbst.
Es hat den Vorteil, dass Sie nichts moderieren müssen und keine ungeliebten Nachrichten oder Spam in Ihrem Account für alle sichtbar werden - wie das bei Blog-Kommentaren oder in Foren der Fall ist. Es hat aber eben den Nachteil, dass Erwiderungen aus dem Kontext gerissen werden – inhaltlich und zusätzlich zeitlich.
Ich würde Ihnen empfehlen, immer an Ihre Mitleser zu denken und in Ihren Antworten den Zusammenhang herzustellen. Dann steht da nämlich:
@erwin: Haha, finde ich auch, dass der Simpsons-Film gelungen ist.
@Susanne Guter Tipp mit www.mwonline.de!
@Rudi: Freilichtkino „Kino, Mond & Sterne“ sollten wir echt mal wieder machen.
Das ist dann noch immer eine Direktanwort, aber eine, die man auch als Mitleser verstehen und vielleicht sogar einen Nutzen rausholen kann.
Nebenbei bemerkt ist es eine schöne Kommunikationsübung, weil Sie auch in einem Gespräch so einen sehr viel persönlicheren Kontakt herstellen und sich intensiv auf das, was Ihr Gegenüber gesagt hat, beziehen als nur etwas draufzusetzen.
Ich habe zahlreiche Twitterseiten nur deshalb nicht abonniert, weil exzessiv unverständliche Einzelbemerkungen gemacht werden, die nicht nur uninteressant sind, sondern die eigenen Twitterbeiträge vollkommen untergehen lassen.
Es ist wie bei einer Website oder einem Newsletter: Nur wenn sie interessant sind, wird man sie auch aufmerksam und dauerhaft lesen wollen. Und dieses Qualitative lohnt. Darum finde ich schon, dass man die Aufgabe hat, sich als Twitterer Mühe für seine Leser zu geben. Ganz egal, ob das in reinem Businesskontext geschieht oder ob Ihr Ziel ist, sich mit anderen gut zu unterhalten. Aber dazu kommen wir ja noch.
Morgen dreht es sich darum, ob Ihnen Twitter was bringen kann oder doch nur eine Spielerei und Zeitvernichtungsmaschine ist.
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Anmerkungen & Kommentare
heide-liebmann.de/blog - Zwischenbilanz nach 3 Wochen
Das war einer der erfolgreichsten Posts der letzten Zeit, weil ich ihn natürlich auch getwittert hatte ... Grade fürs Bloggen ist Twitter eine prima Ergänzung, finde ich.
Ich lasse mir auch gerne folgen:
twitter.com/nasenfaktor
herzlichen Dank für die nützliche Ergänzung mit den Hashtags. Toll, dass Du das gleich so ausführlich erklärt hast mit den weitergeführten Beispielen.
Lustig: Ich finde 140 Zeichen mittlerweile gar nicht mehr so wenig. Ein schöner Nebeneffekt: Ich freue mich auf's kürzer denken müssen.
Ich habe bei meinem letzten Buch schon erfreut festgestellt, dass das Bloggen meinen Schreibstil verändert (und verbessert, finde ich) hat. Wie wird sich das Twittern da wohl auswirken?
Hallo Heide,
eine Zwischenbilanz ein paar Wochen weiter. Sehr interessant! Danke für den Hinweis.
Jetzt muss ich mich erstmal hier orientieren - kaum ist man ein paar Stunden weg, passieren lauter Dinge
Einen schönen Abend
Gitte
Und jetzt als Praxisbeweis in max. 140 Zeichen ...
Einverstanden! Bin überzeugt: Bloggen und Twittern verbessern den Schreibstil. Die 140 Zeichen sagen mir spielerisch: komm auf dem Punkt!
wenn ich auf ne andere seite schau meinet wegen von Marcel Widmer seh ich alle beiträge ge?so,kann ich ihm dann frei von der leber weg einfach en text aufs profil setzten oder wie geht das?per reply oder wie?steh da grad e bissel uffn schlauch... =)
wer mal schaun mag oder mir helfen würde,möchte,könnte usw dann immer zu
[link gelöscht]
bin erst seid en paar std dabei aber
über jeden twitter tip dankbar =)
mfg jenn
---
Hallo Jenn, da wir nicht vorrangig eine Twitter-Seite sind und links nicht in den Kommentaren haben möchten (bis auf einige Ausnahmen wie oben in der Ursprungsdiskussion), habe ich den link zu Deiner Twitterseite hier gelöscht. Es gibt ganz viele Seiten mit Twitter-Tipps, zum Beispiel die von Heide Liebmann, die oben auch kommentiert hat. Dort bekommst Du weitere Twitter-Tipps. 29.11. Gitte
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Gitte Härter •
Schön, dass Du jetzt auch "drüben" mitmachst
Darf ich Deine prima Erläuterung mit meiner Twitter-typischen Erfahrung (beim ersten Versuch überhaupt nichts damit anfangen können, im zweiten Versuch den Nutzen und den Spass erkannt seit da voll dabei) ergänzen? Voilà ...
Ein Tipp dazu: hier nimmt man am besten die so genannten "Hashtags" zu Hilfe (die am #-Zeichen zu erkennen sind) und twittert:
Die Vorteile der Hashtags: es werden weniger der "kostbaren" 140 Zeichen verbraucht und es ergeben sich durch gleiche Tags Themenbereich, die man in der Suche verwenden kann. Ein Beispiel: ich habe vor einigen Wochen zum "Twitterbier am Zürichsee" eingeladen, damit sich Twitterer persönlich kennen lernen können. Such mal nach #twitterbier (klickt hier) - das zeigt, was ich meine.
So, jetzt gehe ich "rüber" und "followe" Dich bzw. Dein Gezwitschere
twitter.com/marcelwidmer
Und noch was ... 140 Zeichen sind manchmal recht wenig. Deshalb "darf" man beim Twittern auch die Satzzeichen (zumindest am Schluss) weglassen