Erfolgsprinzipien

Wie entwickele ich meine unternehmerische Vision (Kurzanleitung)

Ralf Senftleben • 15.07.2008 • email Weiterempfehlen

Norbert fragt in diesem Beitrag, wie man eine Vision entwickeln kann. Ich bin jetzt dazu kein Fachmann, aber ich würde es wahrscheinlich folgendermaßen angehen:

Im Grunde genommen sind es in meinen Augen nur ein paar Fragen, die man für sich selbst beantworten muss, wenn man die eigene unternehmerische Vision finden will:

  • Was will ich 10 Jahren idealerweise tun?
  • Warum will ich das tun?
  • Für wen will ich es tun?
  • Mit wem will ich es tun?
  • Wo will ich es tun?
  • Was ist mir dabei wichtig?
  • Was will ich dafür bekommen an Geld, Anerkennung usw.?
  • Und vielleicht noch: Wie sieht eine typische Arbeitswoche aus?

Wobei das Kniffeligste ist dabei wahrscheinlich nicht, Antworten auf diese Fragen zu finden, sondern sich zu entscheiden, falls man mehrere Richtungen spannend findet. Dann gilt es den Kern oder die Gemeinsamkeiten der Alternativen herauszufinden.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Elisabeth am 16.07.2008
Die Frage ist, ob man die Zukunft wirklich so planen kann, meist kommt doch alles anders als man denkt, besser ist es doch einen Sinn für Möglichkeiten zu entwickln. Was ist in meinem Leben alles möglich? Sicher mehr als viele denken. Wenn auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders für Kleinunternehmer immer enger werden. Sich eine Stunde Zeit nehmen und aufschreiben, was für Möglichkeiten einem das Leben bietet, dann diese Möglichkeiten einer kritischen Prüfung unterziehen. Schließlich dann überlegen, wie ich ein oder zwei dieser Möglichkeiten in die Realität umsetzen könnte.
Von: Gitte Härter am 16.07.2008
Finde ich gut, das mit den Möglichkeiten. Mir geht's auch so, dass ich gerade mit so Fragen nach "Wo willst Du in X Jahren sein" gar nichts anfangen kann. Mein Gehirn und ich, wir denken so nicht. Ich denke heute. Ich denke morgen. Und ich denke in manchen Dingen ein bisschen in die Zukunft. Aber ansonsten habe ich nur eine grobe Vorstellung - und die ist Leitung.

Für andere funktioniert es wunderbar, möglichst genau eine Vision zu erarbeiten und daraus Ziele abzuleiten.

Das mit den Möglichkeiten finde ich deshalb so gut, weil es - wie Sie schon schreiben - einen auf das Jetzt fokussiert und auch dazu anhält, die Möglichkeiten, die da sind, konstruktiv auf Machbarkeit und Schritte zur Umsetzung lenkt.

Andererseits ist immer die Frage: Sehe ich meine Möglichkeiten überhaupt?

Wenn ich das auf mein Privatleben umsetze, dann sehe ich viele Möglichkeiten nicht. Halte ich es für möglich, einen Marathon zu laufen? Nö. Aber nicht, weil ich mit Training nicht könnte, sondern weil ich zu bequem bin und nicht wirklich Interesse habe. Aber wenn Sie mich spontan fragen, würde ich es mir ausdauermäßig auch vom Kopf her gar nicht zutrauen.

In unserer Blogparade hat Haris gepostet, und so bin ich auf sein Blog aufmerksam geworden. Haris schreibt, dass er 1 Mio. haben möchte, und er veröffentlicht seinen Kontostand. Der sieht momentan so aus:

VERMÖGEN: 1 424 Euro
ES FEHLEN: 998 576 Euro

Das finde ich ganz bezaubernd und musste direkt laut lachen, als ich diesen doch etwas deprimierenden Kassensturz zum Ziel sah.

Aber wenn man guckt: Haris schätzt seine Möglichkeiten hier und heute anders ein und geht damit mit diesem großen Ziel auch ganz anders um als jemand der sagen würde: "Ich stehe jetzt hier, bin Student, Anfang 20, habe eher nicht so viel Geld - was kann ich da machen."

Manchmal führt der Blick auf die jetzigen ersichtlichen Möglichkeiten auch dazu, sich zu klein zu halten.

So, und jetzt mache ich Haris mal aufmerksam, dass ich hier über ihn rede grin
Von: Ralf Senftleben am 16.07.2008
Ja, nach Möglichkeiten zu suchen, ist auch eine schöne Sache. Das eine schließt ja das andere nicht aus.

Eine "Vision" ist ja auch kein Plan, sondern die Beschreibung eines Punktes, wo ich gerne mal hin möchte. Wie ich dahin komme ist aber in meinen Augen bei Visionen gar nicht richtig planbar.

Ich persönlich habe ein ziemlich klares Bild, wo ich in 10 Jahren sein möchte. Und trotzdem nutze ich natürlich auch Möglichkeiten, die sich mir auf dem Weg bieten, um da hin zu kommen.

Das ist für mich kein Gegensatz, sondern eine wunderbare Ergänzung. Aber wie überall: Man muss nicht, wenn man nicht mag. So wie Gitte, die mich irritiert anschaut, wenn ich über Visionen rede grin

Über die Geschichte mit den Möglichkeiten haben wir übrigens schon einen Beitrag bei uns.
Von: Zamyat M. Klein am 16.07.2008
Hallo zusammen,

also zu VISIONEN muss ich ja jetzt doch auch was schreiben.

Ich liebe Visionen- und ich finde, sie spornen an, geben einem Richtung und Motivation. Ohne Visionen weiß ich doch gar nicht, worauf hin ich mich bewege.
Sie sind für mich die Grundlage, auf der ich dann konkrete Ziele formuliere, die ich wiederum weiter in einzelne Schritte unterteile.

Ich nehme mir regelmäßig Zeit dazu(mindestens bei meiner Jahresinventur und Jahresplanung).

Eine wunderbare Methode dazu ist für mich die "WALT DISNEY STRATEGIE", die ich hier nur in Kurzfassung vorstelle. Ich werde sie aber auch jetzt auf meine Webseite unter "Kreativitätstechniken" stellen, da kann sie jeder nachlesen und ausdrucken.

Dort gibt es drei Räume (in Seminaren richte ich drei Ecken ein, in meiner Wohnung nehme ich drei Räume), die sauber voneinander getrennt werden. Das ist die Grundlage aller Krea- Techniken, diese inneren Zustände sauber zu trennen.

Notieren Sie in allen Räumen Ihre Ideen, nehmen Sie für jeden Raum und für jede Rolle eine andere Stift- Farbe.

1. Der Träumer-

hier darf ich spinnen und mir alles ausmalen, wie ich es optimal wünsche (mein Business, mein Leben). Alles notieren (ich bevorzuge hier natürlich Mind Maps).

2. Der Handelnde, der Realist -

Er überlegt die ersten Schritte, die ihm zur konkreten Umsetzung einfallen- auch erst einmal alles kunterbunt und unsortiert.

3. Der Kritiker

er schaut, was noch fehlt, was ich nicht bedacht habe, wo sind Risiken, wo sind Zweifel etc.

Diese Räume durchlaufe ich beim ersten Mal in obiger Reihenfolge, danach in beliebiger.
Der "Trick" bzw. die Regel: immer wenn im Innern die Stimme eines andere auftaucht, muss ich aufstehen und in die entsprechende Ecke gehen!

Ja- und beim Träumer finden Sie dann das, was mit Vision zu tun hat.
Wenn ich es nicht wage, über scheinbar realistische Ziele hinauszudenken, werde ich mich nicht so weiter entwickeln, wie es möglich wäre.

Wir beschränken uns meist ohnehin viel zu sehr (das geht nicht!), daher sind mutige (und lustvolle) Visionen ein wichtiger Antrieb, um die eigenen Grenzen ständig zu erweitern.

So sehe und erlebe ich das zumindest.

Liebe Grüße
Zamyat
Von: Zamyat M. Klein am 16.07.2008
Ergänzung:
habe jetzt die Walt Disney Strategie auf meine Webseite gestellt. Sie können sie hier lesen oder ausdrucken:
zamyat-seminare.de - Walt Disney-Strategie

Viel Spaß beim Visionieren und beim Projekte planen...
Von: Haris am 16.07.2008
Vielen Dank für die Erwähnung.

Ich sehe mich schon als Millionär. Es dauert nur etwas bis sich das in der wirklichen Welt widerspiegelt. wink

Dabei spielt es keine Rolle, was der Rest der Welt dazu sagt, denn ich WEISS, dass ich es schaffe.

Vielleicht entsteht der Eindruck, dass ich nur hinter dem Geld her bin, wenn man meinen Blog zum ersten Mal besucht, aber so ist es nicht. Geld ist nur der Punktestand in dem Spiel, mehr nicht. Und es hilft seine Ziele besser zu formulieren. Zum Beispiel kann man leichter auf ein Ziel arbeiten wie "mein Unternehmen soll 1 Mio. Umsatz machen" als "ich will ein mittelgroßes Unternehmen, von dem ich gut leben kann..."

Meine Visionen kommen vor allem durch mein "Think Big"-Denken und dadurch dass ich das Wort "unmöglich" nicht akzeptiere. Deshalb, glaube ich, muss man zuerst an seinem Denken arbeiten, wenn man eine Vision entwickeln will. Denn was nützt es, wenn man aus der Vision ein Ziel machen will, aber durch ständiges Hinterfragen und Zweifeln an der Verwirklichung gehindert wird. Es spielt für mich keine Rolle wieviele Leute mich als Spinner bezeichnen oder was sie über mein Ziel denken...

Eine kleine Geschichte, die vielleicht zum Thema passt:

Als Conrad Hilton, der Begründer der großen Hotelkette, mit viel zuwenig Fremdkapital anfing Pläne für sein Hotel zu zeichen, kam seine Mutter vorbei und fragte: "Was machst du?" Er erklärte ihr, dass er ein richtig großes Hotel plane. Sie fragte daraufhin: "Und woher soll das Geld kommen?" Conrad tippte sich auf die Stirn und sagte nur: "Von hier."

Er hatte überhaupt keine Idee, wie er an über 1 Mio. $ (damals noch viel mehr Geld als heute) kommen sollte, aber das hinderte ihn nicht daran anzufangen und seine Vision letztendlich in die Tat umzusetzen.

Wie wird ein Traum Wirklichkeit? Durch den Glauben bzw. das Selbstvertrauen und das Handeln.

Viele Grüße
Haris
Von: Ralf Senftleben am 16.07.2008
Haris, viel Glück und viel Erfolg für dich. Ich habe großen Respekt vor Leuten, die sich hohe Ziele setzen und auch etwas dafür tun, die Ziele zu erreichen.

Nach meiner Erfahrung bekommt so ein Ziel wie 1 Mio allerdings noch mehr Triebkraft, wenn man auch noch weiß, was man damit anstellen will. Dann wird aus der Zahl plötzlich ein Bild.
Von: crazydackel am 20.07.2008
Salü, Haris
Vielleicht sollte ich als Neuling hier besser den Mund halten und n u r lesen, aber das morgige Datum verleitet mich dazu, Ihnen laut und deutlich zuzustimmen! Morgen vor 19 Jahren betrat Amstrong den Mond! Und wie hies es doch so passend: Man muss nach den Sternen greifen um auf dem Mond zu landen!... Und jetzt dackel ich los um Ihren Blog zu lesen! Schönen Sonntag noch
Von: Brigitte Späth am 21.07.2008
Hallo Haris,
so, wie Sie das schreiben, habe ich keinerlei Zweifel, dass Sie Ihr Ziel erreichen, und so, wie Sie das schreiben, brauchen Sie von mir dieses Feedback überhaupt nicht, jedenfalls nicht, um an Ihrem Ziel dran zu bleiben. Feedback oder Ermunterung ist auch gar nicht das Motiv meiner "Anmerkung". Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich Ihre Zuversicht oder Ihren Glauben an Ihren Erfolg ziemlich ansteckend finde. Und diese Ansteckung tut mir sehr gut. Tief in meinem Innern habe ich das Gefühl, dass ich ein Stück weiter wäre, wenn ich mir öfter erlauben würde, an den Erfolg meines Business zu glauben. Mehr Taten (sprich: selbstbewusste Akquise" würde folgen. Da bin ich sicher, weil sich das Pferd einfach nicht ständig im Zaum halten ließe. Wozu auch! - In diesem Sinne: Vielen Dank.

Brigitte

 

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