Erfolgsprinzipien

Wo steckt die Leichtigkeit?

Gitte Härter • 30.01.2012 • email Weiterempfehlen

Wenn Ihr Business gut läuft, dann können Sie es konsequent verbessern, wenn Sie auf die Leichtigkeit achten:

  • Womit verdiene ich besonders mühelos Geld?
  • Was mache ich besonders gerne, so dass es sich gar nicht wie Arbeit anfühlt?
  • Was erfüllt mich ganz besonders?

Das Ganze aber bitteschön gleichzeitig gegenchecken mit einem “Lohnt sich das?”

Das Verhältnis zum Geld

Sehr oft, wenn ich in den vergangenen Jahren über Geld geschrieben habe, gibt es Kommentare à la “Geld ist nicht alles”. Und das stimmt natürlich. Nur um Geld geht es oft nicht, obwohl es manchmal durchaus Situationen gibt, wo die Finanzen im Vordergrund stehen.

Dieses “Man darf aber nicht immer aufs Geld schauen” wird allerdings auch schnell hinderlich, wenn es eine Bremse darstellt. Denn Geld ist ein sehr komplexes Thema, das eng mit uns selbst verbunden ist:

  • Wie sehe ich meinen Wert/den Wert meiner Leistung?
  • Wie gut kann ich über Geld reden?
  • Wie standhaft bleibe ich (oder lasse ich mich eh herunterhandeln)?
  • Wann/wofür darf ich Geld nehmen?
  • Was mache ich, wenn meine Kunden kein Geld haben, mich aber trotzdem jetzt brauchen?
  • Traue ich mich, mir neue Märkte zu erschließen oder verharre in dem, was ich kenne?
  • und und und

Meistens ist das Geld eben nicht nur Geld! Darum nehmen Sie bitte in Ihre Leichtigkeits-Analyse den Finanzaspekt unbedingt mit rein.

“Mit links” mein Geld verdienen

excaim In jedem Business gibt es ganz unterschiedliche Leistungen.

Ein eigenes Beispiel:
Ich habe viele Jahre Business-Coachings gemacht (Akquise, Selbstorganisation etc.). Das war spannend, es hat mich erfüllt, aber es war anstrengend. Als ich mich vor zwei Jahren voll auf das Schreiben spezialisiert habe, habe ich gemerkt, wie viel müheloser es für mich ist, an Texten zu arbeiten. Beides hat mir Freude gemacht, mit beidem habe ich Geld verdient, aber das Schreiben kostet mich viel, viel weniger Kraft.

Welche Ihrer Leistungen kosten Sie wenig Kraft und Mühe?

excaim Dann gibt es natürlich die Aufträge, die weitere Aufgaben mit sich ziehen. Es kann sein, dass Sie eine Leistung eigentliche gerne und mit Leichtigkeit machen, sie sich aber deswegen nicht lohnt, weil das Drumherum zu viel Kraft kostet, z. B.:

  • ein Kunde, der zu umständlich ist (zu viel Bürokratentum, zu häufige Nachfragen ...)
  • eine unerquickliche Zusammenarbeit
  • zu viele Routine-Aufgaben, die für diese Leistung nötig sind

Wo verbergen sich ungute Konsequenzen/was beschwert meine Arbeit?


excaim Häufig hat man auch Fähigkeiten, die man noch gar nicht nutzt. Eine Grafikerin, die komponieren kann (und darum auch für das musikalische Image sorgen könnte). Ein Trainer, der die besten Flipcharts gestaltet (und für Trainer und Führungskräfte entsprechende Kurse geben könnte). Eine Tierärztin, die eine begnadete Hundetrainerin ist ...

Achtung: Gerade Dinge, für die wir ein Händchen haben, sind uns oft selbstverständlich. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Sie nicht auf Anhieb sehen, dass Sie eine tolle Leistung bieten könnten:

Welches meiner Talente/besonderen Fähigkeiten könnte ich zu Geld machen?


excaim Besonders, wenn Sie schon länger selbstständig sind, ist die Gefahr groß, dass der erste Enthusiasmus gewichen ist: Sie machen “eigentlich” gerne, was Sie tun, Sie haben einen breiten Erfahrungs- und Wissensschatz, aber die Routine hat sich eingeschlichen. Die bringt dann oft eine gewisse Schwere mit rein: Wie in einer eingefahrenen Beziehung ist man nicht mehr mit Leichtigkeit und Herzklopfen dabei.

Wie bringe ich frischen Wind in mein Business?

Manchmal ist es schon damit getan, das Bisherige etwas aufzuschütteln.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Gitte Härter am 30.01.2012
... uups, ich bitte um Entschuldigung für die Tippfehler im heutigen Newsletter - bin gerade ein wenig hektisch unterwegs. grin
Von: T. Weirather am 30.01.2012
Liebe Gitte Härter,

Da bringen Sie wieder mal einige auf den Punkt. Ich bin auch der Typ Mensch der den Job gerne mit Leichtigkeit macht, weil dann einfach alles schneller von der Hand geht und das Ergebnis meist glänzend ist.

ABERRRRRR und da hängt der Haken:
Für mich ist das so und wenn ich ein EinFrauBetrieb wäre, wäre das ja wunderbar. Aber bei mehreren Mitarbeitern (12-16) ist das wieder so eine Sache. Ich bleibe dann meist nicht in der Leichtigkeit wenn der Zickenkrieg losgeht. Wenn ich mich zwischen die Teams und deren Fronten schmeissen muss und Schiedsrichter spielen darf.

Oder wenn es neue Mitarbeiter gibt und die bestehenden MA vom alten Muster nicht loslassen können/wollen, und diese Mitarbeiter aber auch gebraucht werden damit der Karren weiter rollt. Und die Neuen gehen weil sie sich unwillkommen fühlen...

Und selbst stecke ich dann in Arbeiten die ich eigentlich nicht machen will, für die ich mich in der Ausführung auch nicht zuständig sehe weil diesen Job ja der neue Mitarbeiter machen sollte... Ich habe eigentlich eine andere Aufgabe und muss dann immer wieder einspringen!

Und schwupp ist sie weg, die Leichtigkeit und der Ablauf den man sich im Kopf schon zurecht gerückt hatte für die Zukunft kann auch gleich mit ausradiert werden.

Was würden Sie tun liebe Gitte Härter?

Liebe Grüße
T. Weirather
Von: Spangl Rainer am 31.01.2012
Genau getroffen, die Worte über Kunden, womit auch der Spruch passt, das Geld nicht alles ist. Aber gerade bei diesen quasi Kunden zählt Geld über alles, denn entweder sie haben keines oder sie haben so viel. Was für eine grosse Bedeutung Geld hat, zeigt die Wirtschaft, es steht sicher an erster Stelle, wann kommt Luft, die wir mit jedem Atemzug zu uns nehmen, also häufiger als Geld in der Hand. Wer dies in Betracht zieht, wird seine Werte neu überdenken.
Von: Gitte Härter am 03.02.2012
Hallo zusammen,

dankeschön für die ergänzenden Kommentare.

@T. Weirather:
Ich kann Ihnen so gut nachfühlen, wie es Ihnen geht! Als Angestellte hatte ich auch Personalverantwortung und kenne die damit verbundenen Schwierigkeiten, atmosphärischen Störungen, Fehler & Co., die dadurch immer wieder aufkommen.

Nun gibt es natürlich keine kurze Lösung à la "1, 2, 3, dann ist alles gut" (leider grin).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist in der Arbeit mit Mitarbeitern - sowohl die Einzelpersonen, als auch die Teams - als Führungskraft immer zweigleisig zu denken und zu handeln.

Sprich: Dieses immer wieder schlichten, dazwischenwerfen, "es dann gleich selbst machen" etc., sowas ist im Alltag zwar oft angesagt, aber letztlich doch immer nur Symptombekämpfung. Und die sollte möglichst auf Einzelfälle reduziert sein.

Klar: Das erste ist, die Leute beim Einstellen genau zu durchleuchten, idealerweise Probetage zu machen. Ich habe immer den größeren Wert auf die Persönlichkeit gelegt, als auf den Wissens- und Erfahrungsstand. Klar muss man für jede Stelle bestimmtes Know-how mitbringen, aber unterm Strich kann man den Menschen neue Handgriffe und Wissen relativ problemlos anlernen, aber die persönlichen Eigenschaften - wie jemand ist, sich mit anderen verhält, wie offen jemand REDET, Kritik annehmen kann etc. - das sind die Dinge, die man eben nicht mal eben lehren kann.

Eine andere ganz, ganz wichtige Sache ist es meiner Erfahrung nach, als Führungskraft selbst sehr klar zu sein: also eben beim ersten Anzeichen von Zickereien gleich gemeinsam klar zu machen "So läuft das bei uns nicht. Wir zicken uns nicht an" - das heißt dann natürlich auch, dass es eine klare Kommunikation gibt, hinter der alle stehen. Und dass man es als Führungskraft selbst auch einhält. Das ist so eine Sache die bitte nicht zu verwechseln ist mit "wir sagen mal kurz, wie wir miteinander umgehen", sondern das ist etwas was ständige Energiezufuhr braucht bis es sich bei allen etabliert. Erst recht, wenn es bisher eben nicht so rund läuft.

Das Thema ist natürlich viel zu komplex, und dann muss man auch noch schauen, wie/was momentan so abläuft untereinander und in der Firma selbst. Auch da sind es in der Regel die vielen kleinen Details, die Störfaktoren sind.

Insofern würde ich das "Prinzip Leichtigkeit" mit all seinen Vorteilen parallel zum Alltagsgeschäft mit allen meinen Mitarbeitern etablieren. Ich weiß, das klingt jetzt zu einfach, ist aber die Grundmaßgabe. Das Gute ist, dass das jeder Mensch sich letztlich auch wünscht. Das ist also mal ein Projekt, das jeder prinzipiell gut findet.

Viele Grüße
Gitte Härter
Von: Volkert Brammer am 04.02.2012
@ T.Weirather: Leichtigkeit als Prinzip oder Ziel im Unternehmen, wie Gitte Härter es vorschlägt, klingt vielleicht erst einmal etwas verrückt. Für mich hat es eine andere Stoßrichtung und ist auch attraktiver, als wenn es darum geht, dass "wir unseren Kommunikationstil verbessern müssen", oder dass die "Zickereien aufhören sollen".

Das Genervtsein von internen Abläufen und Problemen ist mir sehr vertraut als ehemaliger Angestellter Sozialer Einrichtungen. Und es ist auch gut nachvollziehbar. Schließlich haben Sie ja auch wirklich andere Aufgaben, die eben nicht einschließen, die Arbeit Ihrer Mitarbeiter zu machen oder ständig zwischen Teams zu vermitteln. Das sollte auch wirklich nur der Einzelfall bleiben.

Was ich mich frage: Was können Sie für sich tun, um wieder freier von den aktuellen Problemen zu werden? Was kann Ihnen mehr Leichtigkeit bringen? Und wo sehen Sie Ansatzpunkte, Leichtigkeit und Mitarbeiter-Verantwortung in Ihr Unternehmen und zu den Mitarbeitern hin zu bringen?

 

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