Kategorie: Produktivität
Tipps, wie Sie produktiver werden. Zeitmanagement & Co.
So sieht mein Zeitmanagement aus
Immer mal wieder werde ich nach meinem Zeitmanagement gefragt: Von anderen Bloggern, die Gastbeiträge zu dem Thema möchten oder auch von Bloglesern. Wie machen Sie das nur alles mit den diversen Websites und dann noch dauernd nebenbei Bücher. Welches System nutzen Sie?
Tatsache ist: Ich habe kein richtiges System. Für Zeitmanagement-Methoden konnte ich mich noch nie sonderlich erwärmen, weil ich mich nicht gerne bestimmten Abläufen anpasse. Einziges Hilfsmittel ist meine gute alte Papier-auf-Klemmbrett-To-Do-Liste: Die Evolution meiner To-Do-Liste - Mittlerweile habe ich wieder sechs Zeilen pro Tag, weil ich gerade parallel einige größere Projekte mitjongliere. Außerdem führe ich einen (Papier-)Kalender für Termine und einen Wandkalender, wo ich Workshops und Urlaub immer im Gesamtüberblick habe. Für digitale Kalender und Aufgaben-Listen konnte ich mich noch nie erwärmen. In dieser Hinsicht bin ich eingefleischter Hinterwäldler.
Ansonsten basiere ich mein Zeitmanagement auf diesen sieben Säulen ... und wie man sieht sind die Grundprinzipien, die sich in vielen ausgeklügelten Methoden wiederfinden, wie so oft dem gesunden Menschenverstand entsprungen:
Zen to done
Unsere Leserin Felicitas Hamm hat mich netterweise darauf hingewiesen, dass es auf imgriff.com die deutsche Übersetzung von Leo Babautas Zen to done zu lesen gibt: Zen to done übersetzt. Das ist offenbar eine Erweiterung von “Getting things done”. Ich kenne beides nur vom Namen und kann nicht mehr dazu sagen.
Anzeichen von mangelnder Produktivität beachten
Jeder von uns hat so seine Rauszöger- und Ablenkungsmanöver. Manche Leute fangen an, Fenster zu putzen oder wild zu recherchieren - oder sie beraumen ein Meeting nach dem anderen an. Nun kennen wir uns meistens ziemlich gut, aber beachten Sie die Anzeichen mangelnder Produktivität auch?
Im Dezember die Willenskraft trainieren
Hui, das klingt jetzt so, als ob man sich Lebkuchen und Dominosteine verkneifen sollte. Nichts liegt mir ferner.
Ich mache ja im Dezember Urlaub, habe mir aber überlegt, gleichzeitig einmal einen Monat lang meine Willenskraft zu trainieren. Und zwar in ganz kleinen Schritten:
- Jeden Tag irgendeine Sache zu machen, die mir schwer fällt.
- Oder ohne Murren zu erledigen, was ich sonst nicht tue.
Etwas krass ausgedrückt ganz nach dem Motto “Heul nicht, sondern machs einfach!”
Wohlgemerkt rede ich hier von täglichen Kleinigkeiten. Mal nicht groß rumzuüberlegen, ob ich jetzt dann das Altpapier wegbringe oder nicht, sondern es auf der Stelle zu tun. Nicht zu debattieren, ob ich einen Anruf erledige, sondern anrufen.
Auch Willenskraft ist Muskeltraining. Und Training funktioniert dann am besten, wenn es regelmäßig geschieht. Besonders die Kleinigkeiten, die uns etwas abverlangen, weil wir sie nicht mögen oder sie langweilig finden, bieten uns das beste Training.
Räumen Sie auch zum Jahresende immer auf und um?
Jedes Jahresende habe ich Lust, Zeug rauszuwerfen und umzusortieren. Dann reiße ich Bücher, CDs und DVDs aus den Regalen und bringe sie in die Bücherei, verrücke zum x-ten Mal Möbel und wische Staub, wo ich sonst nie Staub wische. Natürlich setzt sich die Säuberungsaktion auch im PC fort, wo sich unbemerkt ewig viele Dateien ansammeln.
Heuer beginne ich etwas früher damit, weil ich gerade keine Lust zum Denken habe, um meine zwei Artikel, die ich schreiben sollte, anzugehen. Also Musik aufgelegt, Kaffee gemacht und gemächlich das erste Regal ausräumen. Müllsäcke liegen schon bereit.
Nun bin ich damit natürlich nicht alleine. Das Ende des Jahres lädt geradezu ein, alles abzuschließen und klar Schiff zu machen, um mit weißer Weste ein neues Jahr zu beginnen.
Wenn Sie ebenfalls zu den rituellen Auf-, Aus- und Umräumern gehören: Warum machen Sie das eigentlich?
Die letzten Wochen im Jahr planen
Heute früh bin ich aufgewacht und wusste: Ich darf dieses Jahr nichts mehr annehmen, weil ich schlichtweg keine Zeit mehr habe. Diese Woche ist mehr als voll, dann die Blogwoche, dann zwei Wochen (die auch schon mit Aufträgen voll sind), dann nochmal ein Workshop. Und der Dezember gehört einem neuen Buchprojekt.
Schauen Sie mal realistisch, wie die letzten zwei Monate des Jahres bei Ihnen so aussehen. Vor allem unter der Maßgabe, dass zum Jahresende und Jahresbeginn überall die Uhren etwas anders laufen.
Pseudo-Effizienz rächt sich
Pseudo-Effizienz beginnt meistens mit dem Gedanken “Das geht jetzt einfach schneller, wenn ich ...”.
- Sie machen ein Mailing, haben es aber bisher versäumt, Ihre Kundenadressen in eine Datei einzugeben. Darum können Sie die praktische Serienbrieffunktion nicht nutzen. Jetzt stehen Sie vor der Wahl: lieber alles gerade schnell manuell eintippen und “so machen” oder sich erstmal hinsetzen und nachlesen, wie die Datei aussehen muss und dann alle Adressen eingeben. Ach was! Geht viel schneller, wenn Sie es heute eben nochmal manuell machen ...
- Sie müssen total viel schreiben und denken sich immer mal, irgendwann entweder mit dem Zehn-Finger-schreiben anzufangen oder sich mit Spracherkennungssoftware auseinanderzusetzen. Ach was. Geht zwar gerade langsamer im Adlersuchsystem, aber unterm Strich doch wieder schneller als jetzt mit dem anderen anzufangen ...
- Sie wollten schon seit Monaten Ihre Produktinformationen zusammenstellen, die Sie auch dringend für die nächste Messe brauchen, aber weil irgendwie nie die Zeit dafür da ist, rufen Sie Interessenten einfach immer kurz an und erklären das Produkt gleich.
Zwei auf einen Streich
Produktiver wird es automatisch, wenn Sie ein „zwei auf einen Streich“ anstreben.
Gegen die Aufschieberitis hilft zum Beispiel die Bier-und-Korn-Taktik: Sie packen immer, und zwar wirklich immer, eine weitere klitzekleine Aufgabe gleich mit dazu. Also BIER = normale oder größere Sache, KORN = Mini-Sache. Für diese Taktik ist es besonders hilfreich, wenn Sie Ihre Aufgabenliste detailliert führen, also Aufgaben wirklich konsequent herunterbrechen und auch so aufschreiben. Denn dann haben Sie jederzeit eine Menge von kleinen Aufgaben parat, die nur einige Minuten dauern.
Das ist aber natürlich noch nicht alles.
Mein verdammter Jeansknopf
Gestern fiel er mir wieder entgegen, der blöde Jeansknopf. „Mei“, sagen Sie jetzt vielleicht, „näh ihn halt wieder an!“
Schrei ich: „ANNÄHEN! Ich habe diesen Scheißknopf jetzt in wenigen Wochen viermal neu angenäht!!!“
Was ist da los? - Bin ich unfähig, einen Kopf anzunähen?
Nein. Natürlich bin ich prinzipiell in der Lage, mit Faden und Nadel einen Knopf festzuzurren. Ganz offensichtlich aber habe ich die falsche Technik.
Meiner Erfahrung nach gibt es drei häufige Gründe, warum wir nicht zum Erfolg kommen, nicht nur was Hosenknöpfe angeht.
Die leidige Technik
Wenn es um den Computer geht bin ich ein eifriger Anhänger von „never touch a running system“: so lange die Kiste läuft, ich mit der Software zurechtkomme und es keine zwingenden Gründe gibt, ändere ich möglichst gar nichts. Darum habe ich meinen altersschwachen Rechner, der von einem Notfalltechniker schon mal buchstäblich am offenen Herzen operiert wurde (die CPU hatte sich gelöst und in ein Metallteil gebacken), weiter genutzt, so lange er lief. Auch wenn er immer wieder mal schwach auf der Brust war.
Nun habe ich mich endlich an die Arbeit gemacht, alle lästigen Handgriffe zu erledigen, um auf den neuen Computer umsteigen zu können und merke einmal mehr, dass ich damit nicht so hätte trödeln sollen. Natürlich lief der alte. Aber der neue ist merklich schneller. Und das ist vor allen Dingen für meine Nerven gut, denn ich bin äußerst ungeduldig und habe den alten Rechner mitunter angefeuert ... oder angeschrien ... wenn es mir mal wieder nicht schnell genug ging.
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